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Wie geht´s am schnellsten ans Ziel? Einige neue Navis können inzwischen sogar über Sprache gesteuert werden.

Test: Navis mit guten Ohren

München - Wer für den Urlaub noch ein Navi fürs Auto sucht, hat die Wahl: Ein Gerät mit Spracherkennung oder eines, das nur auf die Tasteneingabe hört. Stiftung Warentest hat elf Navis unter die Lupe genommen. Alle Modelle lotsen den Autofahrer „gut“ – die Unterschiede liegen vor allem im Detail.

Das Eintippen von langen Adressen ist mühsam. Immer mehr Navigationsgeräte bieten daher auch eine Spracherkennung an. Elf Navis zwischen 127 Euro und 345 Euro hat Stiftung Warentest in seiner aktuellen Ausgabe (6/2011) umfangreich geprüft. Fünf davon verstehen auch gesprochene Zieleingaben. Aber nicht bei allen Geräten überzeugt die neue Funktion.

Zieleingabe per „Sprachbefehl“

Am konsequentesten setzt im Test das Garmin nüvi 2360LT für rund 220 Euro auf Sprachsteuerung. Während bei den Konkurrenz-Produkten von Becker und TomTom die Spracheingabe zunächst im Menü aktiviert werden muss, reicht beim Garmin das Wort „Sprachbefehl“ – schon hört das Navi auf Anweisungen des Autofahrers. In Deutschland funktioniert dies in der Regel gut, bei Zielen im Ausland ist es dagegen schwieriger. Manchmal muss die Adresse buchstabiert werden, für andere Länder gibt es überhaupt keine Sprachsteuerung. Insgesamt schnitt das Garmin bei der Spracheingabe am besten ab. Bei den Modellen von Becker und TomTom gab es vereinzelt Verständigungsprobleme. Aber auch bei ihnen kann man sich durch die neue Technik das mühsame Eintippen von Adressen ersparen.

Tester kritisieren teils leise Ansagen

Für ihre eigentliche Aufgabe – das Navigieren – bekamen alle Navis im Test gute Noten. Bei einigen Geräten – etwa bei Becker, Falk, Mio und den beiden Via-Geräten von TomTom – waren die Ansagen allerdings recht leise. Die bei früheren Untersuchungen oft langsame Routenberechnung bei TomTom-Geräten habe sich inzwischen deutlich verbessert, so die Tester. Allerdings kritisierten sie den teils langsamen Start der Geräte. So brauchten das Garmin nüLink! und das Mio mehr als eine halbe Minute, um nach dem Aufwachen aus dem Standbybetrieb navigationsbereit zu sein. Die übrigen Navis schafften dies in wenigen Sekunden.

Staus frühzeitig umfahren

Die beiden teuersten Geräte im Test, das Garmin nüLink! 1695 für rund 290 Euro und das TomTom Go Live 1005 für etwa 345 Euro, können sogenannte Live-Dienste nutzen. Mit Hilfe eingebauter Mobilfunktechnik können sie aktuelle Staumeldungen, aber auch Informationen zu Benzinpreisen und freien Parkplätzen anzeigen. Der Zusatz-Service hat allerdings seinen Preis: Die Live-Dienste kosten bei beiden Herstellern 50 Euro im Jahr. Beim Garmin ist eine ein-, beim TomTom eine zweijährige Nutzung im Kaufpreis enthalten. Die anderen Geräte empfangen Verkehrsinformationen über das TMC-System, das über öffentlich-rechtliche UKW-Radiosender läuft.

Navi mit Fernseher

Eine ungewöhnliche Zusatzfunktion bietet das Mio Spirit V575 TV. Das Gerät kann das digitale Antennenfernsehen DVB-T empfangen. Die Bildqualität ist angesichts der Bildschirmgröße „durchaus nicht schlecht“, schreibt Stiftung Warentest. Da die Akku-Laufzeit unter zwei Stunden liegt, lässt sich das Unterwegs-Fernsehen allerdings nur eingeschränkt nutzen. Immerhin liefert Mio ein Netzteil mit.

Neue Karten im Abo

Die meisten getesteten Navis bringen Karten für ganz Europa mit. Für 80 bis 100 Euro gibt es meist zwei Jahre lang aktualisierte Karten. Garmin bietet für 89 Euro Aktualisierung für die Lebensdauer des Gerätes. Falk-Nutzer erhalten Aktualisierungen zwei Jahre lang gratis, wenn sie sich nach dem Kauf rechtzeitig registrieren.

mm

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