Test: Stichflamme aus dem Billig-Föhn

Föhnen kann gefährlich sein – das hat die Stiftung Warentest bei einem Praxis-Test von verschiedenen Haartrocknern festgestellt. Von einem Exemplar blieben am Ende nur mehr verkohlte Reste übrig. Die meisten Geräte zeigten aber „gute“ Ergebnisse.

Billig-Föhn mit Sicherheitsrisiko

Gerade einmal drei Sekunden föhnte eine Testperson beim Vergleich von 16 Haartrocknern ihre Haare mit dem Elta Germany HT 352, „als dieser mit einem lauten Knall durchschmorte“, berichtet die Stiftung Warentest (Zeitschrift „test“, Oktober-Ausgabe). Eine 20 Zentimeter lange Stichflamme schoss dabei aus dem Gerät. „Auch im Dauertest brannte das 10-Euro-Gerät nach 72 Stunden Laufzeit lichterloh, vom Gehäuse blieb nichts übrig.“ Da die Verletzungsgefahr hoch sei, benoteten die Tester das Gerät mit „mangelhaft“. Um im Test zu bestehen, hätte der Elta mit Pausen 400 Stunden ohne Probleme laufen müssen – was die anderen 15 Geräte allesamt geschafft haben. „Hände weg von 10-Euro-Geräten. Geben Sie lieber mehr aus“, lautet daher der Rat der Tester.

Trotz Prüfzeichen „mangelhaft“

Besonders erstaunt über das schlechte Abschneiden des Elta-Modells waren die Tester, weil der Haartrockner wie alle anderen auch das CE-Zeichen und dazu das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) trägt. „Dem Test zufolge ist darauf kein Verlass“, moniert Stiftung Warentest. Einen Grund können die Berliner nicht nennen, sie merken aber an, dass viele der 2,5 Millionen Haartrockner, die pro Jahr über deutsche Ladentische gehen, in China oder Thailand produziert und oft auch dort für den europäischen Markt zertifiziert werden. Das CE-Zeichen ist eine reine Selbsterklärung des Herstellers, womit die Einfuhr in die EU ermöglicht wird, aber kein Prüfzeichen. Das GS-Zeichen dagegen beinhaltet eine Überprüfung von unabhängiger Seite beispielsweise dem Tüv. Auch ein guter Name will noch nichts heißen – das zeigte sich bei den Haartrocknern des Promi-Frisörs Udo Walz (50 Euro) und von Panasonic (39 Euro). Beide schnitten mit einem „Mangelhaft“ ab. Der Bellissima von Udo Walz entpuppte sich „im Falltest aus 70 Zentimetern Höhe als Sensibelchen“, schreiben die Tester. Das Gehäuse platzte auf und die Rotorblätter des Lüfters brachen ab.

Beim Panasonic Ion Hair Dryer „ist das Föhnen nicht sicher“, heißt es. Begründung: „Das innere Schutzgitter an der Rückseite verformte sich leicht, Finger können so in den rotierenden Ventilator gelangen.“ Langhaarige Testerinnen hätten zudem erzählt, dass sich Haare im Ventilator verfangen. Dasselbe Problem trat auch bei Elta und den beiden „ausreichenden“ Modellen von Solis und Remington auf.

Der Teuerste machte das Rennen

Der Teuerste für 60 Euro, der Braun satinpro, ist gleichzeitig der Testsieger. Einzig dieses Modell schnitt in puncto Trockendauer und Gebläseleistung „sehr gut“ ab. „Er trocknet schnell, ohne zu heiß zu werden und das Haar zu schädigen“, schreibt Stiftung Warentest. Die Vorzüge der vielgepriesenen Ionen-Technologie bestätigten sich übrigens nicht im Test – „keine Unterschiede im Glanz“, so das Fazit. Bei feinem Haar eher von Nachteil.

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