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Test: Welche Milch macht’s?

Milch macht müde Männer munter - aber welche ist die beste? Die Stiftung Warentest hat jetzt 24 Sorten unter die Lupe genommen. Ausgerechnet eine Bio-Milch gehört zu den Test-Verlierern.

Frische Milch wollten die Tester der Stiftung Warentest untersuchen, doch die erste Frage, die sie klären mussten, war: Was heißt eigentlich frisch. Denn längst dürfen sich auch stark erhitzte und damit länger haltbare Sorten als Frischmilch bezeichnen. Traditionell darf Frischmilch nur bis auf 75 Grad erhitzt werden, dann ist sie maximal zwölf Tage haltbar. Doch auch sogenannte ESL-Milch gilt als frisch und gehört nicht zu den H-Milch-Sorten. ESL-Milch ist rund drei Wochen haltbar und kann auf zwei Arten hergestellt werden: Entweder sie wird auf bis zu 130 Grad erhitzt oder mikrofiltriert. Bei der Mikrofiltration werden die Keime mit keramischen Membranen aus der Milch entfernt.

ESL-Milch erkennt man im Geschäft an der Aufschrift „länger haltbar“, während herkömmliche Frischmilch meist mit „traditionell hergestellt“ gekennzeichnet ist. Allerdings gibt es keine Pflicht zu dieser Kennzeichnung. Inzwischen kaufen die Deutschen zu zwei Dritteln ESL-Milch.

Nur fettarme Milch im Test

Insgesamt nahmen die Tester 24 Milch-Sorten unter die Lupe: neun traditionell hergestellte, neun ESL-Sorten, die durch Mikrofiltration länger haltbar gemacht wurden, und sechs, die hoch erhitzt wurden. Fünf der untersuchten Produkte trugen Bio-Siegel. Untersucht wurden ausschließlich fettarme Milch-Sorten, deren Fettanteil zwischen 1,5 und 1,8 Prozent liegt. Die Tester entschieden sich für diesen Typ Milch, weil davon in Deutschland am meisten verkauft wird.

Insgesamt schnitt keine getestete Milch schlechter als mit der Note „befriedigend“ ab. Doch es gab auch mehrere „sehr gute“ Produkte. Bei den traditionell hergestellten Sorten erreichten „Hansano“ (85 Cent pro Liter) und „Landliebe“ (80 Cent) die Bestnote. Bei der ESL-Milch liegt „Tuffi“ für 72 Cent je Liter ganz vorn. Wer Bio-Milch möchte, muss sich mit Produkten mit der Note „gut“ zufriedengeben, zum Beispiel „Berchtesgadener Land“ (1,15 Euro pro Liter) oder „Schwarzwälder“ (1,19 Euro). Vergleicht man die drei unterschiedlichen Milch-Typen, schnitten die mikrofiltrierten, länger haltbaren Sorten am überzeugendsten ab.

Ausgerechnet bei den Bio-Sorten gibt es den Test-Verlierer. Insgesamt bekommt die Milch „dennree“ zwar noch die Note „befriedigend“, doch die Tester haben erhebliche Mängel festgestellt. Der gravierendste ist sicherlich der Geschmack. Hier bekam „dennree“ von der Stiftung Warentest nur die Note „ausreichend“. Sie schmecke „alt und unrein“ und habe einen „Nachgeschmack ganz leicht nach Pappe“.

Auch bei der Milch „Hemme“ waren die Tester mit dem Geschmack unzufrieden - er sei „leicht metallisch“. Einen geschmacklichen Unterschied zwischen den drei Typen gebe es nicht. Sowohl bei der ESL-, als auch bei der traditionellen Milch habe es Sorten mit einem leichten Kochgeschmack gegeben, heißt es bei Stiftung Warentest. Der wird normalerweise eher H-Milch-Sorten zugeschrieben, die aber nicht im Test enthalten waren.

Kaum Unterschiede bei den Nährstoffen

Auch bei den Nährstoffen und Vitaminen gibt es zwischen den länger haltbaren und traditionellen Sorten keinen Unterschied. Sie enthalten ähnliche Mengen Zucker, Fett, Eiweiß und Kalzium. Untersuchungen deuteten auch darauf hin, dass die ESL-Milch nicht weniger Vitamin A, D und B enthält als traditionelle Sorten.

Die immer beliebtere Bio-Milch verdiente zumindest im Test ihren Namen. Die Tester untersuchten den Alpha-Linolensäure-Gehalt der Bio-Sorten. Je höher dieser Wert ist, desto mehr Grünfutter hat die Kuh gefressen, die die Milch gegeben hat. Ein klassisches Merkmal für die Bio-Haltung. Den Messungen zufolge waren alle als Bio-Milch gekennzeichneten Sorten von Kühen, die viel Grünes fressen. Allerdings verdient nur 1,7 Prozent der in Deutschland produzierten Milch ein Bio-Siegel. Der große Rest stammt aus Österreich oder Dänemark.

Von Philipp Vetter

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