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Falsch parken kann im Ausland teuer werden. Darum sollte man sich über die Verkehrsvorschriften im Urlaubsland genau informieren – und diese auch beherzigen. Denn vollstreckt werden die Strafen neuerdings auch in Deutschland.

So teuer sind Verkehrssünden im Ausland

München - Mit den Osterferien steht die erste große Reisewelle des Jahres vor der Tür. Wer mit dem Auto gen Süden startet oder am Urlaubsort einen Mietwagen nimmt, sollte sich vorher informieren, wie die Verkehrsregeln im Ferienland sind – und was Verstöße kosten können.

Verkehrsdelikte werden im Ausland teilweise sehr viel härter bestraft als in Deutschland. Das geht aus einer Tabelle hervor, die der ADAC zusammengestellt hat. In allen Ländern gilt: Alkoholgenuss und Autofahren passen nicht zusammen, auch wenn die jeweils gültigen Promille-Höchstgrenzen durchaus unterschiedlich ausfallen. Sie reichen von 0,0 in Rumänien, Tschechien und der Slowakei bis 0,8 Promille in Großbritannien und gar 1,0 Promille in manchen Bundesstaaten der USA.

Viele Autofahrer glauben fälschlich, dass fahren mit bis zu 0,5 Promille in Deutschland völlig legal sei. Bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen und bei einem Unfall wird seitens der Rechtsprechung eine Grenze von nur 0,3 Promille angenommen.

Alkohol am Steuer wird in manchen Ländern drakonisch geahndet. In Dänemark zum Beispiel wird schon bei der ersten Alkoholfahrt ein Monatsgehalt fällig. In Spanien droht bei über 60 km/h zu viel oder bei Trunkenheitsfahrten mit mehr als 1,2 Promille eine Haftstrafe von wenigstens drei Monaten. In Italien wird es ab 1,5 Promille ebenfalls bitter für Alkoholfahrer: In solchen Fällen kann das Auto enteignet und zwangsversteigert werden.

Überhaupt haben sich die Sanktionen im beliebten Osterreise-Land Italien erst zum Jahresanfang wieder verschärft. Wie der ADAC berichtet, sind zum Beispiel bei Missachtung der Vorfahrt Bußgelder zwischen 159 und 639 Euro fällig, bei Parkverstößen drohen Strafen zwischen 39 und 318 Euro und das Nichtanlegen des Gurtes kostet 80 bis 318 Euro. In Italien wird zunächst immer der Mindestbetrag verlangt, der sich erhöht, wenn nicht binnen 60 Tagen bezahlt wird.

Besonders hart werden Verkehrssünden in den skandinavischen Ländern bestraft. Für Rotlicht- und Überholverstöße ist man da schnell mehrere hundert Euro los. In Norwegens Bußgeldkatalog sind dafür zum Beispiel jeweils 670 Euro vorgesehen. Damit hat Norwegen die höchsten Strafen aller aufgeführten Länder. In Finnland und Schweden drohen ebenfalls scharfe Sanktionen.

Auch wer Geldbußen im Ausland nicht umgehend bezahlt, muss oft richtig tief in die Tasche greifen. So verteuert sich ein Überholverstoß in Griechenland nach ADAC-Angaben von ursprünglich 350 Euro bei Sofortzahlung auf 700 Euro nach zehn Tagen. Das Handy am Steuer kann ebenfalls teuer werden. In Italien muss man mit mindestens 150 Euro rechnen, in den Niederlanden sind 180 Euro fällig.

In Spanien gilt zudem nach Informationen des ADAC seit März auf Autobahnen für Pkw und Motorräder vorübergehend ein Tempolimit von 110 km/h. Bisher durften 120 km/h gefahren werden. Wie lange das neue Tempolimit gelten soll, stehe noch nicht fest.

Bußgelder können europaweit vollstreckt werden

Der ADAC befürchtet, dass mit dem neuen Tempolimit die Zahl der Geldsanktionen für Geschwindigkeitsüberschreitungen steigen wird. Für Tempoverstöße werden in Spanien hohe Bußen erhoben. So wird auf der Autobahn bei einer Überschreitung bis 30 km/h eine Buße von 100 Euro fällig. Wer noch schneller unterwegs ist, muss mit Strafen zwischen 300 und 600 Euro rechnen. Allerdings wird bei Bezahlung innerhalb von 20 Tagen ab Zustellung des Bußgeldbescheides ein Rabatt von 50 Prozent gewährt.

Wichtig: Seit Herbst vergangenen Jahres können nicht bezahlte Bußgelder aus den anderen 26 EU-Staaten auch in Deutschland vollstreckt werden. Die Geldsanktion muss sich dabei laut Automobilclub auf mindestens 70 Euro einschließlich der Verfahrenskosten belaufen. Fahrverbote und Punkte im Flensburger Verkehrsregister gibt es für Verstöße im Ausland nicht.

mm

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