Teure Energie treibt Inflation auf höchsten Stand seit 1994

Wiesbaden - Teure Energie, Rekordpreise an den Tankstellen und hohe Lebensmittelpreise haben die Inflationsrate in Deutschland in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit 1994 getrieben. Die Jahresteuerung sprang auf 2,2 Prozent nach 1,7 Prozent im Vorjahr.

Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit. Mit 2,7 Prozent war zuletzt für das Jahr 1994 eine durchschnittliche Teuerungsrate von mehr als zwei Prozent ermittelt worden.

Im Dezember 2007 lagen die Verbraucherpreise nach einer ersten Schätzung auf Basis der Daten aus sechs Bundesländern im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,8 Prozent höher. Damit schwächte sich der Preisauftrieb leicht ab: Im November waren es noch plus 3,1 Prozent gewesen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise im Dezember 2007 um 0,5 Prozent. Die Statistiker erklären das vor allem mit den im Dezember wegen der Advents- und Weihnachtstage üblicherweise höheren Preisen für Pauschalreisen und Ferienwohnungen. Die endgültigen Ergebnisse für Dezember und das Gesamtjahr 2007 will das Bundesamt am 16. Januar 2008 veröffentlichen.

Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Inflationsrate in Deutschland im nächsten Jahr wieder an der Zwei-Prozent-Marke einpendeln wird, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) Preisstabilität gewahrt sieht. So zeigte sich der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard in den "VDI nachrichten" zuversichtlich, dass Werte um drei Prozent vorübergehend seien: "Dazu hat unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Beginn dieses Jahres beigetragen. Im Durchschnitt des kommenden Jahres wird die Inflationsrate wieder auf etwa zwei Prozent zurückgehen."

Unterdessen sieht EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark zunächst keine Entspannung an der Preisfront. "Wir rechnen für die kommenden Monate weiterhin mit erhöhten Inflationsraten", sagte Stark der "Börsen- Zeitung" (Samstag).

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