Teure Hilfe bei der Nummernsuche

München - Egal, bei welcher Telefonauskunft man anruft - die ersten drei Ziffern der Rufnummer lauten immer 118. Das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit der Anbieter. Besonders beim Preis gibt es Unterschiede.

Wer nach der Nummer von Müller, Maier oder Huber sucht, kann entweder selbst nachsehen - oder andere suchen lassen. Über 80 Rufnummern hat die Bundesnetzagentur derzeit an Auskunftsdienste vergeben. Als Klassiker gilt immer noch die Telekom. Doch von den Kosten her gesehen sind viele Anbieter günstiger.

Versteckte Gebühren

Viele Hilfesuchende wissen oft gar nicht, wie viel sie für den Service berappen müssen. Der Unterschied bei den Preisen ist groß: Die 01051-Telecom GmbH wirbt mit einem "Discounter-Preis" von 0,78 Euro pro Anruf (siehe Tabelle). Andere Anbieter wie Fred verlangen für die erste Minute 1,20 Euro, für jede weitere kommen 99 Cent dazu.

Lücke im Gesetz

Das Telekommunikationsgesetz sieht zwar vor, dass die Auskunftsdienste die Gebühren ansagen müssen - aber erst, wenn zwei Euro oder mehr pro Minute fällig sind. "Die Grenze ist viel zu hoch, die Verbraucher werden nicht ausreichend informiert", kritisiert Michael Bobrowski, Experte für Telekommunikation im Bundesverband der Verbraucherzentrale. Wer zum Mobiltelefon greift, erfährt oft erst auf der Rechnung, was für die Telefonauskunft fällig wird. "Die meisten Dienste geben nur an, dass die Handykosten vom Festnetzpreis abweichen", sagt Bobrowski. "Und das heißt in der Regel nach oben."

Noch teurer wird es, wenn man sich von der Auskunft mit der Wunschnummer verbinden lässt: zehn Cent pro Minute bis zu einmalig 0,50 Cent und mehr werden verlangt. "Die Kosten für die weiterführende Verbindung müssen immer angegeben werden, unabhängig von der Höhe", betont Bobrowski.

Gute Vorbereitung

Damit das Gespräch mit der Auskunft so kurz wie möglich - und somit auch so günstig wie möglich - ist, empfiehlt die Verbraucherzentrale, sich richtig vorzubereiten. Ist man auf der Suche nach einem Herrn Schmid oder einem Herrn Schmitt? Welche Hausnummer gehört zur Straße? Wer möchte, kann im Internet in virtuellen Telefonbüchern blättern; zum Beispiel auf www.dasoertliche.de oder www.dastelefonbuch.de. Im Netz muss lediglich die Gebühr für die Internetverbindung gezahlt werden.

Vielfältiger Service

Telefonnummern und Adressen: Mehr war früher nicht drin. Mittlerweile lassen sich die Anbieter immer mehr Serviceleistungen einfallen, um die Kunden zu locken: So gibt es bei der Telekom unter der Nummer 11 8 36 eine türkisch-, unter der 11 8 37 eine englischsprachige Auskunft - der Service kostet nicht mehr wie der deutschsprachige Dienst. Die Auskunft Service GmbH (11 8 99) sucht außerdem Ärzte und Apotheken mit Notdienst und Taxifahrer in der Umgebung.

Fast schon zum Standard gehört ein SMS-Dienst: Der Suchende kann eine Kurzmitteilung mit der gewünschten Telefonnummer an den Anbieter schicken - das ist unter anderem bei Telegate möglich. Oder die Auskunft sendet nach dem Telefonat eine SMS mit den gewünschten Informationen.

Die Rückwärtssuche

Plötzlich taucht ein Zettel mit einer Telefonnummer auf - nur fällt einem nicht mehr der Name ein, der dahintersteckt: Dafür gibt es seit 2004 die Rückwärtssuche. Die Angst, dass auch private Daten preisgegeben werden, ist unbegründet. Im Kommunikationsgesetz ist genau geregelt, welche Infos weitergegeben werden dürfen. "Wer auf diese Weise nicht gefunden werden möchte, kann beim Netzanbieter kostenlos Widerspruch einlegen", erklärt Verbraucherschützer Bobrowski. Das gilt natürlich auch, wenn man nicht im Telefonbuch stehen möchte. Und wer dort nicht verzeichnet ist, kann auch über keine Auskunft gefunden werden.

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