Teure Lebensmittel und Benzin halten Inflation auf hohem Niveau

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Wiesbaden/Luxemburg (dpa) - Rasante Preiserhöhungen bei Lebensmitteln, Benzin und Heizöl halten die Teuerung in Deutschland auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Im Oktober lag die Jahresteuerungsrate wie schon im September bei 2,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit .

Es bestätigte damit seine erste Schätzung von Ende Oktober. Auch in Europa heizte der Höhenflug von Benzin und Nahrungsmitteln die Teuerung an. Die jährliche Inflationsrate der Eurozone lag im Oktober bei 2,6 Prozent nach 2,1 Prozent im September, meldete das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg und bestätigte damit eine frühere Schätzung.

Nach den Regeln der Europäischen Zentralbank ist die Preisstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet nur bei Raten von bis zu oder nahe zwei Prozent gesichert.

In Deutschland verteuerten sich vor allem Milch, Butter und Brot sprunghaft. Aber auch für Benzin, Diesel und Strom mussten Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Dabei sanken die Preise für Kraftstoffe und Heizöl leicht, während die Konsumenten für Lebensmittel nochmals mehr zahlen mussten.

Vor allem die Rekordölpreise wirkten im Oktober preis treibend. Ohne Einrechnung von Kraftstoffen, Heizöl und Strom hätte die Jahresteuerungsrate nur 2,2 Prozent betragen, schrieben die Statistiker in Wiesbaden. Binnen Jahresfrist stiegen die Preise für Kraftstoffe um 10,3 Prozent. Grund sei auch ein statistischer Effekt, weil vor einem Jahr die Preise im Oktober gesunken seien. Lediglich Gas wurde 1,7 Prozent günstiger.

Überdurchschnittliche Preisanstiege von plus 4,6 Prozent gab es vor allem bei Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken. Besonders teuer wurden Butter (plus 46,3 Prozent), Milch und Quark. Aber auch die Preise für Brot und Brötchen sowie Fruchtsäfte zogen an. Die Einführung der Studiengebühren in inzwischen sieben Bundesländern ließ die Preise im Bildungswesen um 29,2 Prozent klettern. Günstiger waren dagegen Computer, Drucker und Fernseher zu haben (minus 10 Prozent).

In der gesamten EU mit 27 Staaten lag die jährliche Rate im Oktober ebenfalls um 0,5 Punkte höher als im September und betrug 2,7 Prozent. Spitzenreiter war Lettland mit 13,2 Prozent. Angesichts dieses Abschneidens kann sich das baltische Land noch auf eine lange Wartezeit für den Euro einstellen, sagten EU-Diplomaten. Nach europäischer Berechnung lag Deutschland mit 2,7 Prozent laut EU- Statistik genau im EU-Schnitt. Als Musterschüler erwiesen sich die Niederlande und Malta mit 1,6 Prozent. Malta wird zu Beginn des kommenden Jahres die Gemeinschaftswährung einführen.

Laut einer Umfrage ist bei den Spritpreisen in Deutschland für viele Autofahrer die Schmerzgrenze fast erreicht. Bei 1,50 Euro je Liter Diesel, Normal- oder Superbenzin sei für jeden zweiten nach heutigem Gefühl Schluss, ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid unter 1500 Autofahrern im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). 60 Prozent gaben in der Umfrage an, ab einem solchen Preis würden sie deutlich weniger Auto fahren und auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Vor allem in Ostdeutschland erwägen viele Autofahrer (41 Prozent) Fahrgemeinschaften, um Kosten zu senken. Benzin und Diesel waren zuletzt innerhalb einer Woche um rund elf Cent je Liter teurer geworden.

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