Teure Rohstoffe: Wie Anleger profitieren können

München - Die steigenden Rohstoffpreise sind derzeit in aller Munde. Kurskapriolen und Höchststände gibt es nicht nur beim Ölpreis, auch Gold und Blei kosten so viel wie nie zuvor. Während die Verbraucher unter den immer weiter steigenden Kosten für Benzin, Heizöl und andere Produkte leiden, freuen sich die Anleger, die auf Rohstoffe gesetzt haben, über satte Kursgewinne.

Wohin geht der weitere Trend? Lohnen sich auch in Zukunft Investments in Rohstoffe? Wir sprachen darüber mit Dora Borbély, Rohstoffexpertin bei der DekaBank.

Man spricht ja derzeit von einer Kostenexplosion beim Rohöl. Ist das ein Trend, der alle Rohstoffe betrifft?

Stark steigende Produktionskosten sind ein wichtiger Preistreiber nicht nur für Rohöl, sondern auch für manch andere Rohstoffe. Hinzu kommt, dass für viele Rohstoffe die Nachfrage bereits seit einiger Zeit stärker ansteigt als das Angebot. Daher dürften die Rohstoffpreise auch langfristig hoch bleiben. Die Preisentwicklung ist jedoch nicht kontinuierlich, sondern durchaus volatil. So befinden sich einige Industriemetalle gerade in einer Abwärtskorrekturphase nach der Preisrallye in der ersten Jahreshälfte 2007, während die Energierohstoffpreise zurzeit durch die Decke schießen. Auch die Edelmetallpreise steigen derzeit vor allem getrieben durch den schwachen US-Dollar kräftig an. Alles in allem erwarten wir eine noch einige Jahre anhaltende Rohstoffhausse.

Was ist denn der Grund für den explosionsartigen Anstieg in den vergangenen drei Monaten?

Am auffälligsten sind die Preise für Rohöl und Gold angestiegen. Seit der Zinssenkung der US-Notenbank Ende des Sommers ist der Ölmarkt auf einen dynamischen Aufwärtstrend eingeschwenkt. Die Konjunkturerwartungen bezüglich der US-Wirtschaft, die sich durch die Finanzmarktturbulenzen im Sommer merklich eingetrübt hatten, haben sich durch die Zinssenkung wieder aufgehellt und damit auch die Erwartung an die Rohölnachfrage. Hinzu kamen geopolitische Risiken im Nahen Osten und der zunehmende Optimismus der Spekulanten, was den Ölpreis mit nach oben trieb. Zugleich wertete der US-Dollar stark ab, was in Verbindung mit aufkeimenden Inflationsrisiken die Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Gold erhöhte und somit zu den starken Goldpreisanstiegen verhalf.

Ist die aktuelle Entwicklung beim Ölpreis eine korrekturbedürftige Übertreibung oder muss man sich wohl in Zukunft auf deutlich höhere Preise einstellen?

Die Öl- und die Goldpreise haben sich von den Fundamentaldaten, also der physischen Angebots- und Nachfragesituation, seit einigen Monaten abgekoppelt. Wir glauben, dass beide Märkte zunächst für eine Abwärtskorrektur reif sind. Doch gerade der Öl- und der Goldmarkt sind fundamental gesehen eng, sodass nach der Korrektur auf die fundamental gerechtfertigten Niveaus mittelfristig wieder nachhaltige Preisanstiege zu erwarten sind.

Wie können Anleger von den steigenden Rohstoffpreisen profitieren?

Eins ist klar: Die Rohstoffmärkte sind und bleiben volatil, aber wir erwarten auch in den nächsten Jahren in der Tendenz steigende Rohstoffpreise, denn die Globalisierungswelle rollt weiter. Daher empfiehlt sich für den Anleger als Beimischung im Portfolio ein breit angelegter Rohstofffonds, der den Aufwärtstrend der Rohstoffpreisentwicklung abbildet, aber nicht jede Volatilität mitnimmt.

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