Teure Spritpreise: Optimiertes Fahren spart bis zu 30% Kraftstoff

- München - Die Deutschen fahren angesichts von Spritpreisen in Rekordhöhe immer weniger Auto. Der Absatz von Benzin und Diesel sinkt in Deutschland laut Mineralölwirtschaftsverband (MWV) schneller als erwartet. Von Januar bis Juli wurden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fünf Prozent weniger Benzin und 1,5 Prozent weniger Diesel verkauft. Auch die Heizölpreise befinden sich weiter auf Höhenflug. Für Verbraucher bieten sich vor allem zwei Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren: Preise vergleichen und sparen, sparen, sparen.

In der vergangenen Woche kostete Benzin durchschnittlich 1,28 Euro, Superbenzin 1,30 Euro und Diesel 1,12 Euro. "Durch eine verbrauchsoptimierte Fahrweise lassen sich bis zu 30 Prozent Kraftstoff einsparen", sagt ADAC-Sprecher Peter Hemschik. Dies gelte sowohl für Autofahrer, als auch für Motorradfahrer.

Rasch hochschalten

"Grundsätzlich gilt: Mit wenig Gas losfahren, rasch hochschalten und dann mit möglichst niedriger Drehzahl fahren", rät Hemschik. Im Einzelnen heißt das: Beim Anlassen kein Gas geben, zügig beschleunigen und frühzeitig in den nächsthöheren Gang wechseln. Nicht zurückschalten, solange der Motor ohne zu ruckeln das Gas annimmt.

Vorausschauend fahren

Unnötiges Bremsen vermeiden, heißt die Devise. "Jeder Tritt aufs Bremspedal vernichtet Energie, die beim anschließenden Beschleunigen wieder teuer bezahlt werden muss", sagt der Experte. Viel Sprit spart auch, wer auf Kurzstrecken verzichtet. Solange der Motor kalt ist, verbraucht er bis zu fünf mal mehr Kraftstoff als im warmen Zustand.

Ballast abwerfen

Autofahrer sollten zudem keinen unnötigen Ballast mit auf die Reise nehmen. "Jedes Kilo kostet Geld", sagt Hemschik. ADAC-Experten haben herausgefunden, dass eine Zuladung von 100 Kilo je nach Fahrweise und Verkehrsfluss einen durchschnittlichen Mehrverbrauch von 0,2 bis 0,6 Liter auf 100 Kilometer bedeutet.

Spritfresser Dachgepäck

Noch stärker wirkt sich laut ADAC allerdings alles aus, was die Aerodynamik des Fahrzeugs stört. Ski- und Fahrradständer, Dachboxen und Dachgepäckträger können den Spritverbrauch um 10 bis 50 Prozent erhöhen. "Deshalb mit Dachlasten nicht schneller als 130 Kilometer pro Stunde fahren, um aus seinem Auto keinen Schluckspecht zu machen", rät Hemschik.

Fahrgemeinschaft

Viele Autofahrer haben jedoch noch eine weitere Variante des Spritsparens entdeckt: Sie bilden Fahrgemeinschaften. "Wir haben in den letzten drei Monaten einen monatlichen Nutzer-Anstieg von 10 bis 15 Prozent verzeichnet", sagt Christian Kraft von der Europealive Medien GmbH, die im Internet das Portal www.mitfahrzentrale.de betreibt. Derzeit sind bei der Mitfahrzentrale 780 000 Nutzer registriert, je zur Hälfte bieten sie Mitfahrgelegenheiten an bzw. suchen welche. "Den Anstieg führen wir auf die hohen Spritpreise zurück", sagt Kraft, "mit den ersten Erhöhungen stiegen bei uns auch die Anmeldungen."

Ölpreise vergleichen

Auch beim Heizöl gibt es Spar-Möglichkeiten. Im Juli kostete der Liter leichtes Heizöl laut MWV im Schnitt 56,2 Cent. Ein Preis, der vielen zu teuer ist. Im ersten Halbjahr wurde 6,9 Prozent weniger Heizöl verkauft als im Vorjahreszeitraum. "Die Leute fahren ihre Bestände stark herunter und hoffen auf billigere Preise", nennt MWV-Geschäftsführer Klaus Picard einen der Gründe. Auch der Einbau moderner Heizungen, die bis zu 30 Prozent weniger Heizöl brauchen, senke den Absatz. Viel Geld lasse sich beim Heizölkauf durch Sammelbestellungen sparen, weiß Ulrike Kirchhoff vom Verein Haus und Grund Bayern. Sie rät, vorausschauend Heizöl zu kaufen, die Preise zu beobachten und sich nicht in eine Notlage zu manövrieren. "Je näher die Heizperiode rückt, desto teurer werden die Preise."

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