Teure Telefondienste: Nur noch maximal 120 Euro pro Stunde

- Verbraucher sollen besser vor teuren und oft auch wertlosen Telefon-Diensten geschützt werden. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ist entschlossen, den Missbrauch einzudämmen.

<P>Mit dem neuen "Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von (0)190er/(0)900er Mehrwertdiensterufnummern" hat die Behörde nun das notwendige Instrument in der Hand. Ab 1. Februar 2004 müssen die jeweiligen Preise vor Beginn des kostenpflichtigen Teils ausdrücklich angesagt werden. Ab 1. August 2004 gilt das auch für Gespräche aus den Mobilfunknetzen. Ohne solche Ansage besteht nach den Angaben der Regulierungsbehörde keine Zahlungspflicht.</P><P>Das neue Gesetz hat außerdem Obergrenzen festgelegt: Mehr als zwei Euro pro Minute sind nicht mehr drin; nach maximal einer Stunde muss die Verbindung beendet werden. Wahlweise kann der Anbieter auch zeitunabhängig 30 Euro pro Anruf berechnen. Höhere Preise sind nur noch zulässig, wenn der Verbraucher sich über Eingabe einer PIN wie am Bankautomaten ausdrücklich einverstanden erklärt. Die PIN vergibt der Diensteanbieter.</P><P>Freilich sind auch 120 Euro für eine Stunde am Telefon mitunter höchst unwillkommen, wenn zum Beispiel die lieben Kleinen die Hotline ihres Superstars angerufen haben. Matthias Kurth, Präsident der Regulierungsbehörde, setzt auf den aufgeklärten Verbraucher: "Ich meine, bei jemandem, der alle Sinne beisammen hat, sollte man davon ausgehen, dass er auflegt, wenn er das nicht bezahlen will."</P><P>Wenn sich Anbieter nicht an die neuen Regeln halten, kann die Regulierungsbehörde das Inkasso untersagen, Rufnummern sperren, Rufnummern entziehen. Das sei auch schon geschehen, sagte Kurth. Außerdem müssen Mehrwertdienstenummern bei der Regulierungsbehörde registriert sein. Der Verbraucher kann bei der Behörde Auskunft bekommen, wer sich hinter der Nummer verbirgt. Ist sie nicht registriert, besteht nach Auffassung von Kurth keine Zahlungspflicht. "Die Chuzpe haben dann die wenigsten, auch noch vor Gericht zu gehen. Da hat sich eine klare Risikoumverteilung ergeben. Wer sich wehrt, hat jetzt eine viel, viel bessere Position als noch vor einem Jahr", betonte Kurth.</P><P>Ein Spezialfall sind die so genannten Dialer, kleine Programme, die den Internetanschluss eines Computers auf eine teure Telefonnummer umleiten. Für sie hat die Regulierungsbehörde erheblich verschärfte Vorschriften erlassen und bereits im Oktober fast 400 000 solche Einwahlnummern gesperrt. Dialer dürfen seit dem 14. Dezember letzten Jahres nur noch mit 09009 beginnende Nummern anwählen. Die alten 0190er-Dialer und alle Dialer in anderen Rufnummerngassen sind seitdem illegal. Für sie muss laut Kurth nicht mehr bezahlt werden. Hinweise dazu finden sich in der Broschüre "Was tun bei Rufnummernmissbrauch" auf der Internetseite der Behörde (www.regtp.de).</P><P>Eine Schutzmöglichkeit besteht für den Kunden darin, bei der Telefongesellschaft 09009er-Nummern oder womöglich auch alle 0190er-Nummern sperren zu lassen. </P><P>Allerdings haben Abzocker nach einem Bericht des Fachdienstes "heise online" einen neuen Trick gefunden: Es seien Dialer aufgetaucht, die eine Satellitentelefonnummer unter den Vorwahlen 0037 und 0038 anwählen, für satte 3,06 Euro pro Minute.</P>

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