Teurer Strom: Auch Firmen protestieren

- Hamburg - Die Kritik an den Stromkonzernen wegen geplanter Preiserhöhungen wird schärfer. Nach Vorwürfen von Politikern und Verbraucherschützern kommen nun Angriffe von Unternehmensseite.

 "Die Preistreiberei der vier marktbeherrschenden Stromkonzerne ist für Privatverbraucher, Handwerk und Industrie unerträglich geworden", schrieb der Vorstandschef der Kupferhütte Norddeutsche Affinerie AG, Werner Marnette, in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Vorsitzenden des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters. Der Verband der Elektrizitätswirtschaft wies die Vorwürfe zurück. Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller verteidigte die geplanten Preiserhöhungen erneut mit gestiegenen Rohstoffpreisen.

"In Deutschland können außerdem alle Stromkunden ihren Lieferanten frei wählen", sagte er der "Netzeitung". Den gleichen Vorschlag hatte am Dienstag bereits Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Peters und Marnette erklärten, das Energierecht habe versagt, da es dem Preisauftrieb offensichtlich keinen Einhalt gebieten könne. Die Strompreise sind nach Peters Worten auf einem "extrem hohen" Niveau: "Die deutschen Haushaltskunden müssen je nach Verbrauchsmenge durchschnittlich zwischen 7 und 2,4 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlen als ihre europäischen Nachbarn."

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) verlangte, die Genehmigungspflicht für Stromtarife durch die Länderbehörde zu verlängern. Ebenso äußerte sich die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert. Sie verlangt, dass die Bundesnetzagentur sämtliche Preise auf dem Strommarkt vorab prüft. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) forderte mehr Transparenz. Die Versorger würden ihrer Verantwortung für die Wirtschaftsstruktur des Landes nicht gerecht.

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