Teures Heizöl: Es gibt Alternativen

- München - Der kommende Winter könnte teuer werden. Zumindest, was die Heizung betrifft. Denn nicht nur Benzin und Diesel, auch Heizöl ist derzeit so teuer wie nie. Doch es gibt Möglichkeiten, längerfristig Kosten zu sparen. Wer beim Heizen auf regenerative Energien setzt, schont dazu noch die Umwelt, weil seine Heizung weniger Kohlendioxid produziert.

Im Januar dieses Jahres kostete Heizöl bei einer Abnahme von 3000 Litern durchschnittlich 0,44 Euro je Liter. In der vergangenen Woche waren es bereits 0,64 Euro pro Liter - ein satter Anstieg um 45 Prozent.

Wärmedämmung

Doch es gibt Möglichkeiten, die Heizkosten beträchtlich zu senken. "Die erste Möglichkeit, Energie zu sparen, ist das Haus energetisch auf Vordermann zu bringen", sagt Energieberater Helmut Feltl von der Verbraucherzentrale Bayern. Das heißt: Wer sein Haus gut gegen Wärmeverluste dämmt, kann viel Geld sparen. Besonders Dach, Außenwände und die Kellerdecke sollten gut gedämmt sein. Auch undichte Fenster sind Energiefresser. Energieberater Helmut Mager schätzt, dass sich bei Häusern aus den 80er- und 90er-Jahren durch eine entsprechende Dämmung bis zu 50 Prozent Heizkosten einsparen lassen, bei älteren Häusern seien es sogar bis zu 70 Prozent.

Holzpellet-Heizung

Wer auch der Umwelt etwas Gutes tun will, sollte sich eine Holzpellet-Heizung überlegen. Pellets werden aus Holzabfällen hergestellt. Ihr Vorteil: Sie lassen sich sehr gut transportieren und lagern und sie sind Kohlendioxid-neutral. Die Zufuhr vom Tank zur Heizung erfolgt wie beim Öl automatisch. Dazu sind Pellets bis zu 15 Prozent billiger als Heizöl, allerdings kostet eine Pellets-Heizung rund 50 Prozent mehr als eine Ölheizung. Ein Heizungswechsel lohne sich daher nur, wenn die alte Anlage auf absehbare Zeit ohnehin ausgetauscht werden muss.

Solarenergie

Eine weitere Möglichkeit, Heizkosten zu sparen, sind Solarkollektoren zur Unterstützung der Wassererwärmung. Helmut Feltl warnt allerdings davor, ihren Nutzen zu überschätzen. 10 bis 15 Prozent des Warmwasserverbrauchs könne durch die Sonne abgedeckt werden. "Im Sommer reichen die Solarkollektoren, wenn nur abends geheizt werden muss, aber im Winter bringen Solarkollektoren wenig, da zu dieser Zeit auch die Sonne nicht so oft scheint", sagt Feltl.

Wärmepumpen

Wenig halten die Experten dagegen von den so genannten Wärmepumpen. Diese funktionieren im Prinzip wie ein umgekehrter Kühlschrank. Sie entziehen dem Grundwasser Wärme, die dann zum Heizen verwendet wird. Das Problem: Wärmepumpen arbeiten mit Strom. "Wenn die Strompreise steigen, muss man zahlen, somit ist man wieder abhängig", sagt Mager. Deshalb empfiehlt er Wärmepumpen als Alternative zu Heizöl nicht.

Zuschüsse

Da auch der Staat an einer Erhöhung der Nutzung von erneuerbaren Energien interessiert ist, gibt es Zuschüsse. So fördert der Bund über das "Marktanreizprogramm Erneuerbare Energien" Solaranlagen zur Warmwasserbereitung mit 105 Euro pro Quadratmeter sowie Anlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung mit 135 Euro pro Quadratmeter. Zuständig für die Zuschüsse ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Pelletheizungen mit einer Nennwärmeleistung zwischen 8 und 100 Kilowatt und einem Kesselwirkungsgrad von mindestens 88 Prozent fördert das Bafa mit 60 Euro je installiertem Kilowatt Nennwärmeleistung. Die Kfw-Förderbank vergibt zudem sehr zinsgünstige Kredite, wenn die Heizung auf regenerative Energien umgestellt wird. Auch viele Kommunen geben Zuschüsse.

Infos zu Zuschüssen im Internet:

www.bafa.de

www.kfw.de

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