Teures Kerosin: Fluglinien heben Preise an

- München - Der vergangene Woche auf Rekordhöhe geschossene Ölpreis bewegt die Wirtschaft: Mit British Airways und Air Berlin reagieren zwei Fluggesellschaften mit Aufschlägen auf gestiegene Treibstoffkosten. Der ADAC beobachtet lebhaften Tanktourismus in den deutschen Nachbarländern.

<P>Die British Airways gab bekannt, dass sie ab dem morgigen Mittwoch ihren Treibstoffzuschlag für Langstreckenflüge auf zwölf Pfund (ca. 18 Euro) für Hin- und Rückflug verdoppeln wird. "Die Treibstoffpreise sind in den vergangenen Monaten um 45 Prozent gestiegen", erklärte John Riston, Finanzchef der größten europäischen Fluggesellschaft. Die Treibstoffkosten lägen 2004 voraussichtlich um 225 Millionen Pfund (338 Millionen Euro) höher als im vergangenen Jahr.<BR><BR>Auch Air Berlin begründet einen geplanten Preisaufschlag mit den hohen Kerosinpreisen. Ab Winter will die zweitgrößte deutsche Fluglinie von den Reiseveranstaltern pro Platz sechs bis neun Euro mehr berechnen. Direktkunden seien von der Erhöhung jedoch nicht betroffen. "Es gibt weiterhin Plätze für 29 Euro", sagte eine Sprecherin unserer Zeitung.<BR><BR>Andere Gesellschaften kündigten an, ihre Tarife trotz der Ölpreisentwicklung nicht zu ändern. "Gegenwärtig haben wir keine Pläne, die Preise anzuheben", sagte ein Sprecher der Lufthansa. Man beobachte die Lage aber genau. Bei der DBA sagte ein Sprecher, man habe mit höheren Ölpreisen gerechnet und diese bei der Kalkulation berücksichtigt. Auch die Billigflieger Easyjet und Hapag Lloyd Express wollen die Preise belassen.<BR><BR>Nicht nur in der Luft, auch auf der Straße macht sich das teure schwarze Gold bemerkbar. Nach Angaben des ADAC steuern immer mehr deutsche Autofahrer Zapfsäulen jenseits der Grenzen an. "Den Trend gibt es schon länger, aber so lange Schlangen wie momentan gab es an den Tankstellen sonst nicht", heißt es beim Automobilclub. Obwohl auch in den Nachbarländern die Benzinpreise steigen, sind sie mitunter deutlich niedriger als hierzulande, wo durchschnittlich 1,19 Euro für einen Liter Super verlangt werden. In Österreich zahlen Autofahrer etwa 14 Cent, in Tschechien gar 33 Cent je Liter weniger.<BR><BR>Derweil gab der Rohölpreis zu Wochenbeginn wieder leicht nach. Nachdem ein Barrel (159 Liter) Rohöl aus den Mitgliedsländern der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) am Freitag noch 39,67 Dollar gekostet hatte, lag der Preis am Montag bei 39,13 Euro. Um den Preis zu stabilisieren, unternimmt die Opec ungewöhnliche Schritte: Zur Sitzung des Kartells im kommenden Monat sollen auch nicht gebundene Förderstaaten wie Russland und Angola eingeladen werden.</P>

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