Textilindustrie: IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr

- Frankfurt/Main - Die IG Metall geht mit der Forderung nach 4,5 Prozent mehr Geld in die Tarifrunde für die Textil- und Bekleidungsindustrie. Die Leistungssteigerung der rund 130 000 Beschäftigten in der Branche rechtfertige die Forderung nach einer spürbaren Einkommensverbesserung, sagte IG-Metall-Vize Berthold Huber am Montag in Frankfurt. Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie kritisierte die Forderung als überzogen.

Für die Auszubildenden fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Vergütungen von 40 Euro pro Monat. Zudem will sie eine mindestens zwölfmonatige Übernahmegarantie durchsetzen. Die Tarifverträge sind zum 30. April gekündigt. Der letzte Abschluss aus dem Jahr 2004 sah nach mehreren Nullmonaten und Einmalzahlungen einen Erhöhung von 1,8 Prozent ab 1. Januar 2006 vor. Die Tarifverhandlungen für die Branche beginnen am 22. März in Darmstadt. Die Arbeitgeber kündigten an, zum Verhandlungsauftakt kein Angebot vorzulegen.

"Die Forderung kommt einem Programm zum Arbeitsplatzabbau und zur weiteren Produktionsverlagerung gleich", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes, Helge Krollmann. Der Verband fordert wegen des harten internationalen Wettbewerbs einen Abschluss, der die besondere Lage der verschiedenen Branchen Textil und Bekleidung berücksichtige. Für Lohn- und Gehaltssteigerungen gebe es keinen Raum.

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