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Insolvenz kostet Staat 200 Millionen 

Thomas Cook: Expertin sah Insolvenz vorher - doch niemand glaubte ihr 

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Die Insolvenz des Reiseanbieters Thomas Cook kommt dem deutschen Steuerzahler teuer zu stehen. Eine Expertin sagte die Entwicklungen vorher. 

  • Das Reiseunternehmen Thomas Cook musste im September 2019 Insolvenz anmelden.
  • Ca. 140.000 deutsche Urlauber waren im Ausland gestrandet.
  • Den Steuerzahler kostet das wohl rund 200 Millionen Euro. 

München - Hätte die Regierung den Rat dieser Expertin befolgt, hätte sie dem deutschen Steuerzahler wohl ca. 200 Millionen Euro sparen können. Denn die Chefin des Verbandes unabhängiger selbständiger Reisebüros (VUSR)  Marija Linnhoff hat wohl das Aus des deutschen und dessen Konsequenzen für den Staat schon weit im Voraus vorhergesehen. 

„Ich habe denen gesagt: Leute, das fliegt euch um die Ohren“, zitiert bild.de die 56-Jährige in Verbindung mit dem Aus von Thomas Cook. Auf sie gehört haben die Politiker und Lobbyisten aber nicht und so nahm das Unheil seinen wohl seinen Lauf. 

Thomas Cook: Versicherung zahlt nur Bruchteil der Schadenssumme

Also Thomas Cook im September dieses Jahres Insolvenz anmeldete, befanden sich 140.000 Urlauber aus Deutschland noch im Ausland. Zusammen mit den Urlaubern, deren Reisen bereits vor Antritt abgesagt wurden, kamen so also Schadensersatzansprüche im Wert von knapp 290 Millionen Euro zusammen. 

Das Problem, vor welchem Linnhoff gewarnt hatte, ist, dass die Versicherung lediglich für 110 Millionen Euro aufkommt. Grund dafür ist ein Gesetz, welches besagt, dass der Betrag, den Versicherungen in einem solchen Schadensfall begleichen müssen, bei höchstens 110 Millionen Euro liegt.

Thomas Cook: Expertin über Insolvenz - jeder wusste Bescheid 

Marija Linnhoff meint dazu, dass jedem in der Branche bewusst war, dass eine solche Summe nicht ausreichen würde, um die Pleite eines Unternehmens wie Thomas Cook abzufangen. Dazu hätte man einfach mal die theoretisch anfallende Versicherungssumme bei einer Pleite von Thomas Cook ausrechnen müssen. Geändert wurde das Gesetz aber jedoch nicht. 

Der Grund für die ausbleibende Gesetzesänderung sei das Interesse der Reisekonzerne. Die Unternehmen würden so höhere Prämien für die Versicherung vermeiden wollen. So blieb auch eine Forderung des Bundesverbands Verbraucherzentrale im Jahr 2017, die Versicherungssumme auf 250 Millionen Euro zu erhöhen, ohne Erfolg.

Thomas Cook: Insolvenz kostet deutschen Steuerzahler 200 Millionen Euro

Der Verband der Deutschen Reisewirtschaft (DRV) begrüßte damals das Festhalten an einer Versicherungssumme in Höhe von 110 Millionen Euro als „praxisnahe Lösung“. Diese Praxisnähe bestätigte der Fall Thomas Cook so allerdings eher weniger. 

Unterm Strich kostet diese Entscheidung dem deutschen Steuerzahler nun knapp 200 Millionen Euro, da der Staat für die Versicherung einspringen muss. Sollte das Gesetz auch in Zukunft so beibehalten werden, könnten noch ganz andere Summen auf den Staat zukommen. Denn wie Linnhoff anmerkt, würde sich die Schadenssumme, sollte beispielsweise das Reiseunternehmen TUI pleitegehen, auf ca. 1 Milliarde Euro belaufen. 

Ein deutsches Traditionskaufhaus übernimmt nun einen Teil von Thomas Cook und macht den Mitarbeitern Hoffnung. 

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Finanzielle Probleme zwingen den Gründer einer beliebten Burger-Kette offenbar zum Verkauf - doch die Situation scheint kompliziert.

fd

Rubriklistenbild: © AFP / INA FASSBENDER

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