Alle Reisen für 2020 abgesagt

Thomas-Cook-Schock! Was Urlauber jetzt tun können

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Für Hunderttausende Thomas-Cook-Kunden ist der Urlaubstraum geplatzt. Was die Betroffenen jetzt wissen müssen.

  • Der Reiseveranstalter Thomas Cook sagt alle Reisen für 2020 ab
  • Darunter fallen auch bereits gebuchte Reisen
  • Die wichtigsten Tipps für betroffene Urlauber

Update vom 21. November 2019: Der deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat offiziell das Aus bekanntgegeben. Alle Merken werden nun eingestellt

Thomas-Cook-Schock! Was Urlauber jetzt tun können

Meldung vom 12. November 2019: München - Die Reiseträume von Hunderttausenden Thomas-Cook-Kunden in Deutschland fürs kommende Jahr sind geplatzt. Der insolvente deutsche Veranstalter sagte am Dienstag alle Reisen vom 1. Januar 2020 an ab, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind!

Bislang galt der Stopp bis Ende Dezember 2019. „Es tut uns unendlich leid, dass wir nun auch unseren Kunden mit Abreise im neuen Jahr endgültig diese Nachricht überbringen müssen“, sagte Geschäftsführerin Stefanie Berk. Was müssen Kunden jetzt wissen? Die tz fasst die wichtigsten Infos zusammen.

Wer ist betroffen? 

Alle Kunden, die eine Reise über die deutschen Tochterunternehmen (Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin) sowie über Thomas Cook International gebucht haben, Nicht betroffen sind laut Thomas Cook Reisen von Drittveranstaltern, die Kunden über neckermann-reisen.de und urlaub.de oder in den Thomas-Cook-Reisebüros gebucht haben.

Wohin können sich Pauschalreisende wenden? 

Für Betroffene greift die Insolvenzversicherung des Unternehmens. Zuständig ist die Zurich Versicherung, die zur Abwicklung von Ansprüchen die Kaera AG beauftragt hat. Die Absicherung betrifft aber nur Pauschalreisen, die aus mindestens zwei Reisearten wie etwa Transport und Unterkunft bestehen. „Pauschalurlauber haben einen Sicherungsschein vorliegen, darüber sind sie versichert“, so Nicole Mertgen-Sauer, Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Bremen. 

Allerdings müssen auch Pauschalreisende damit rechnen, dass sie nur einen Teil zurückbekommen, denn die Haftungssumme ist auf 110 Millionen Euro begrenzt – bisher sind bereits 150.000 Schadensmeldungen mit einem Volumen von mehr als 250 Millionen Euro eingegangen.

Video: Thomas-Cook-Kunden auch 2020 von Insolvenz betroffen

Wie können Pauschalreisende Schäden anmelden? 

Die Kaera AG hat für Betroffene eine Website eingerichtet. Kunden werden gebeten, ausschließlich über dieses Webformular Schadensfälle anzumelden. Wer kein Internet hat, kann telefonisch Kontakt aufnehmen: Tel. 061 72/99 76 11 23.

Was können Betroffene sonst noch tun? 

Liegt die Buchung noch nicht zu lange zurück, kann man sein Geld eventuell selbst zurückholen. Zum Beispiel, wenn die Reise per Lastschrift bezahlt wurde. Diese kann nämlich innerhalb von acht Wochen rückgängig gemacht werden. Auch wer per Kreditkarte gezahlt hat, kann versuchen, den Betrag über das Kreditinstitut zurückzufordern.


Wolfgang DePonte

Lesen Sie auch: „Das ist ein weiterer Skandal“: „Thomas Cook“-Kunden in bizarrer Lage

Rubriklistenbild: © dpa / -

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