Thumann: "Populistische" Debatte über Manager-Gehälter beenden

Berlin - Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, hat ein Ende der Diskussion um hohe Manager-Gehälter und Abfindungen gefordert. "Sie geht inzwischen weit über das zu verantwortende Maß hinaus. Das schürt den Neid, das ist mir zu populistisch".

Das sagte Thumann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Er nehme die Kritik aber grundsätzlich sehr ernst.

"Die Diskussion schärft sicherlich das Verantwortungsbewusstsein der Aufsichtsräte und Aktionäre. Wir müssen Moral und Ethik pflegen und wahren. Einige wenige Einzelfälle dürfen uns nicht in ein schlechtes Licht rücken", sagte Thumann. Seit Wochen kritisieren Politiker eine "Abzocker-Mentalität" einzelner Managern, die trotz schlechter Leistungen mit Millionen-Abfindungen ihr Unternehmen verließen. Die SPD prüft, ob das Absetzen der Abfindungen von der Steuer begrenzt werden kann.

Thumann sagte, im Schnitt seien Manager bei den DAX-Unternehmen nur knapp vier Jahre im Vorstand. "Kaum einer erfüllt noch den klassischen Fünf-Jahres-Vertrag." Deshalb sei es verständlich, dass sich die Manager über Antrittsgelder oder Abfindungen absicherten. Es müsse aber eine ausgewogene Balance zwischen dem Festgehalt und den variablen Anteilen wie Aktienoptionen, Boni oder Altersbezügen gefunden werden.

"In vielen Unternehmen gibt es kein wohl balanciertes Verhältnis zwischen Fixgehalt und variablen Bestandteilen. Mancher Manager erhält einige 100 000 Euro Fixgehalt und variabel mehrere Millionen Euro. Da bin ich auch dafür, dass die Aufsichtsräte genau hinschauen: Sie sollten Fixum und variables Gehalt verantwortungsvoll austarieren", sagte der BDI-Präsident, der selbst ein großes mittelständisches Unternehmen mitaufgebaut hat.

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