+
Ein Stahlarbeiter prüft am Hochofen 8 bei ThyssenKrupp in Duisburg die Stahlqualität nach dem Abstich. Foto: Roland Weihrauch/Illustration

Unruhe bei den Stahlkochern

Thyssenkrupp-Betriebsrat will Hilfe von Ministerpräsidentin

Bei den Stahlkochern von Thyssenkrupp herrscht Unruhe. Sorgen bereitet nicht nur ein Sparprogramm, sondern auch eine mögliche Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata. Nun wird der Ruf nach der Politik laut.

Essen (dpa) - Im Kampf gegen die mögliche Fusion der Thyssenkrupp-Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata fordert der Betriebsrat die Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD).

Sie müsse Position beziehen für die 25 000 Beschäftigten und gegen eine "unsinnige und hoch riskante Fusion zu Lasten der deutschen Stahlarbeiter", sagte Konzernbetriebsratschef Willi Segerath der Deutschen Presse-Agentur.

Bei Arbeitsplatzgarantien für die Tata-Stahlarbeiter in Großbritannien könnte der Personalabbau zu Lasten der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen gehen, obwohl die Standorte hier besser aufgestellt und profitabel seien, sagte Segerath. "Deshalb zählen wir auf die uneingeschränkte Unterstützung von Frau Kraft und das Land Nordrhein-Westfalen", sagte der Betriebsratschef. Eine solche Fusion auf Biegen und Brechen durchprügeln zu wollen, sei zum Scheitern verurteilt. Als warnendes Beispiel verwies Segerath auf die fehl geschlagene Fusion von DaimlerChrysler: "Die Manager sind danach weg, und die Beschäftigten müssen die Suppe auslöffeln."

"Wir tauschen uns immer wieder eng mit Betriebsrat, Unternehmensleitung und Gewerkschaft über die aktuelle Situation aus und wir setzen uns dabei für eine gute Zukunft des Stahlstandorts Duisburg und der Arbeitsplätze ein", ließ Kraft auf dpa-Anfrage mitteilen.

Thyssenkrupp beschäftigt in seiner Stahlsparte alleine in Nordrhein-Westfalen 22 000 Mitarbeiter. Der Vorstand hatte bereits ein Sparprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro sowie die Schließung von Anlagenteilen angekündigt und lotet eine Fusion mit dem indischen Konzern Tata aus.

Zu einer Protestkundgebung am 3. Mai erwartet der Betriebsrat bis zu 10 000 Stahlarbeiter. Am folgenden Tag berät der Aufsichtsrat der Stahlsparte bei einer Sitzung über das angekündigte Sparprogramm. Beschlüsse werden von dem Treffen jedoch nicht erwartet.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kanadier Smith übernimmt das Steuer bei Air France-KLM
Sein Vorgänger war an einem Konflikt mit französischen Gewerkschaften gescheitert - nun soll ein Kanadier Air France-KLM aus den Turbulenzen steuern. In Frankreich kommt …
Kanadier Smith übernimmt das Steuer bei Air France-KLM
Wegen Trumps Sanktionen: DB und Telekom ziehen sich aus Iran zurück
Die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom lassen ihre Aktivitäten im Iran wegen der Sanktionen der US-Regierung auslaufen.
Wegen Trumps Sanktionen: DB und Telekom ziehen sich aus Iran zurück
Spritpreise erreichen Drei-Jahres-Hoch: Das ist der Grund
Die Spritpreise haben ein Drei-Jahres-Hoch erreicht.
Spritpreise erreichen Drei-Jahres-Hoch: Das ist der Grund
Bald auch Carsharing: Sixt wächst rasant
Seit Jahren legt der Autovermieter Sixt immer neue Rekordzahlen vor. Heute sorgen Urlauber und das US-Geschäft für Rückenwind. Bald sollen Kunden Autos für Stunden oder …
Bald auch Carsharing: Sixt wächst rasant

Kommentare