+
Ein Stahlarbeiter prüft am Hochofen bei Thyssenkrupp in Duisburg die Stahlqualität nach dem Abstich. Foto: Roland Weihrauch

Duisburg und Bochum betroffen

Thyssenkrupp plant Stellenabbau in der Stahlsparte

Mit Einschnitten bei seiner Traditionssparte Stahl will Thyssenkrupp in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Euro sparen. Der Betriebsrat fürchtet um Hunderte Jobs.

Essen (dpa) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp will Anlagen schließen und Stellen in seiner Stahlsparte streichen. Voraussichtlich seien mehr als 300 Arbeitsplätze betroffen, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel Europe, Günter Back.

Nach Angaben des Betriebsrats stehen Anlagen zur Verarbeitung von Grobblech in Duisburg-Hüttenheim und Bochum vor der Schließung. Der Schwerpunkt der Maßnahmen werde in Duisburg sein, sage Back.

Das Unternehmen kündigte in einer Mitteilung geplante Einsparungen von 500 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren und die Schließung von Teilanlagen an. Im Mittelpunkt stünden dabei Effizienzsteigerungen bei Personal, Instandhaltung und Reparatur, Logistik, Vertrieb und Verwaltungskosten. Zu weiteren Einzelheiten und zur Zahl der betroffenen Arbeitsplätze wollte ein Sprecher zunächst keine Stellung nehmen.

Der Betriebsrat befürchte nun, dass es im Rahmen einer "Salamitaktik" in der Folge noch zu weiteren Stellenstreichungen kommen werde, sagte Back. Zudem könne bei einer möglichen Fusion mit dem Konkurrenten Tata ein weiterer Aderlass drohen, sagte er. Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte mehrfach betont, dass der geplanten Umbau der Stahlsparte unabhängig vom Ergebnis der laufenden Gespräche mit dem Konkurrenten notwendig sei.

Bei den Beschäftigten herrsche große Unsicherheit, sagte Back. "Alles ist möglich. Unsere Stahlbelegschaft ist kämpferisch", so der Betriebsrat. Zunächst einmal wolle der Betriebsrat nun jedoch über die weiteren Schritte beraten. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch bis zum Jahr 2020 ausgeschlossen.

Thyssenkrupp beschäftigt in seiner Stahlsparte in Deutschland knapp 26 000 Mitarbeiter, davon knapp 22 000 in Nordrhein-Westfalen. Während sich die Stahlbranche insgesamt derzeit über steigende Aufträge freuen kann, hat der Bereich Grobblech in der Vergangenheit nach Angaben des Betriebsrats rote Zahlen erwirtschaftet. Zudem leidet die Branche unter Überkapazitäten, die nach Einschätzung von Konzernchef Hiesinger eine Konsolidierung notwendig machen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Apple holt nach Steuerreform Milliarden-Geldberg in die USA
Jahrelang warteten Apple und andere US-Unternehmen auf eine Steuerreform, um ihre Auslandsgewinne nach Hause zu bringen. Jetzt ist es soweit - und der iPhone-Konzern …
Apple holt nach Steuerreform Milliarden-Geldberg in die USA
Tierwohl-Kennzeichnungen für Fleisch sollen ausgebaut werden
Zum großen Jahresauftakt der Ernährungsbranche in Berlin dreht sich vieles um eine schonendere Landwirtschaft. Bei Kennzeichnungen für Verbraucher soll es voran gehen. …
Tierwohl-Kennzeichnungen für Fleisch sollen ausgebaut werden
Berlin und Paris wollen Digitalwährung Bitcoin kontrollieren
In Deutschland läuft noch die Regierungsbildung. Doch Berlin und Paris arbeiten im Finanzbereich schon an neuen Vorschlägen. Davon sollen auch die Bürger etwas haben.
Berlin und Paris wollen Digitalwährung Bitcoin kontrollieren
Dax legt zu - Rekorde für MDax und SDax
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag mit Kursgewinnen dem weiter hohen Eurokurs sowie der schwächelnden Wall Street getrotzt. Die deutschen …
Dax legt zu - Rekorde für MDax und SDax

Kommentare