ThyssenKrupp stellt Industriedienstleistungen zum Verkauf

Düsseldorf - Der Stahlriese ThyssenKrupp stellt seine Industriedienstleistungen mit weltweit 23 000 Mitarbeitern zum Verkauf. Das Geschäft sei zwar hochprofitabel, sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Dienstag in Düsseldorf. Mit dem Verkaufserlös soll aber das Wachstum der größeren Dienstleistungsbereiche des Konzerns beschleunigt werden.

Der Jahresumsatz der Aktivitäten, von denen man sich im Laufe des kommenden Jahres trennen will, belaufe sich auf rund 1,7 Milliarden Euro. Allein in Deutschland beschäftigen die Industriedienstleistungen rund 12 000 Menschen. Sie sind zumeist mit der Instandhaltung und Montage von Industrieanlagen beschäftigt.

Ausgebaut werden sollen die Dienstleistungen mit Werkstoffen, die ThyssenKrupp in großen Mengen und Abmessungen einkauft und dann passgenau an Firmen und Handwerker verkauft. In seinen Lagern hält ThyssenKrupp 150 000 verschiedene Produkte von Blechen über Rohre bis zu Kunststoffen bereit. Schulz sieht gute Ausbauchancen für dieses Handels- und Lagerhaltungsgeschäft. Interessante Übernahme-Kandidaten gebe es nicht nur in den Wachstumsregionen. Er dementierte mögliche Spekulationen, dass der Verkaufserlös benötigt werde, um deutlich höhere Kosten für ein neues Stahlwerk in Brasilien zu decken. "Das wird hier klar dementiert", betonte er. Der geplante Verkauf stehe nicht in Zusammenhang mit dem Stahlwerksprojekt in Brasilien.

ThyssenKrupp geht davon aus, dass sich sowohl Finanzinvestoren als auch Investoren aus der Branche für die Industriedienstleistungen interessieren werden. Die Stahlservice-Aktivitäten in Deutschland und Brasilien (Umsatz rund 300 Millionen Euro, 7000 Mitarbeiter) würden aus den Industriedienstleistungen herausgelöst und der Geschäftseinheit Spezialprodukte zugeordnet. Diese Einheit solle mit Hilfe eines Investors, der einen Minderheitsanteil von ungefähr 30 oder 40 Prozent übernimmt, kräftig insbesondere in Asien und Osteuropa wachsen. Auch andere Aktivitäten des Düsseldorfer Konzerns würden nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten durchleuchtet, aber dazu seien bisher keine Entscheidungen gefallen, erklärte Schulz.

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