ThyssenKrupp verkauft Werft an Saab

Stockholm - Nach einem Streit mit der Regierung über den U-Bootbau trennt sich ThyssenKrupp von seiner schwedischen Werft. Dabei wollte der Stahlkonzern den Standort vor wenigen Monaten noch stärken.

ThyssenKrupp gibt den Schiffbau in Schweden auf. Wie der Industriekonzern am Sonntag mitteilte, geht die Werft ThyssenKrupp Marine Systems AB (ehemals Kockums) an den Rüstungskonzern Saab AB. Der Kaufpreis beträgt demnach 340 Millionen schwedische Kronen (rund 37 Mio Euro).

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch den Vorstand und die Aufsichtsgremien von ThyssenKrupp sowie durch die schwedische Wettbewerbsbehörde. Im Laufe des Juli solle der Deal abgeschlossen sein, erklärte Saab.

ThyssenKrupp hatte den Verkauf Mitte April angekündigt. Damals hatten beide Seiten bereits eine unverbindliche Vereinbarung unterzeichnet. Grund für die Verkaufsabsichten waren Differenzen über U-Boot-Aufträge der schwedischen Regierung. Diese wollte den U-Bootbau aus Gründen der nationalen Sicherheit wieder bei einem Unternehmen in schwedischem Besitz ansiedeln.

Saab will mit dem Kauf seine „Position als Komplettanbieter von militärischen Systemen“ stärken und Synergien mit dem schon vorhandenen Flottengeschäft schaffen. „Das Wissen über die Entwicklung und Produktion von U-Booten, das die Mitarbeiter besitzen, ist einzigartig“, sagte Unternehmenschef Håkan Buskhe laut Mitteilung.

Bei ThyssenKrupps Schiffbautochter in dem nordeuropäischen Land arbeiteten an den drei Standorten Malmö, Karlskrona und Muskö zuletzt rund 900 Beschäftigte. 1999 hatte die Kieler Werft HDW Kockums erworben, im Jahr 2005 übernahm ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) HDW und damit auch die Werft in Schweden.

dpa

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