Tiefensee: Streik im Güterverkehr muss verhindert werden

Berlin - Kurz vor der Entscheidung des Sächsischen Landesarbeitsgerichts über die Zulässigkeit weiterer Lokführerstreiks hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) vor einer Lahmlegung des Güterverkehrs gewarnt.

"Es ist gar nicht auszudenken, wenn wir über Tage und Wochen oder gar Monate den Güterverkehr negativ beeinflussen - das wäre ein schwerer Schaden für die Volkswirtschaft. Das muss man verhindern", sagte er am Freitag im ARD-"Morgenmagazin".

Im Laufe des Tages will das Gericht in Chemnitz entscheiden, ob die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) auch im Güterverkehr und im Personenfernverkehr streiken darf. In erster Instanz hatte das Arbeitsgericht Chemnitz nur Streiks im Regionalverkehr erlaubt.

Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky kündigte in der ARD an, bis zum Sonntag werde es keine neuen Streiks geben. Zum möglichen wirtschaftlichen Schaden sagte er: "Die Verantwortung liegt beim Bahnvorstand. Er entscheidet, ob dieser Schaden überhaupt entsteht."

Tiefensee forderte eine schnelle Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen. Er berichtete, dass er dem GDL-Vorsitzenden Manfred Schell einen Brief geschrieben und darin "Mäßigung verlangt" habe. "Mittlerweile haben die Worte, die er wählt, den Boden der Sachlichkeit verlassen." Weselsky zeigte Bereitschaft zur Mäßigung, "wenn die Bahn ein Angebot bringt". (dpa)

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