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Die Investmentgesellschaft Nomad will die Iglo Group zu einem globalen Champion der Nahrungsmittelindustrie machen. Foto: Miriam Schmidt

Tiefkühlkostfirma Iglo wechselt für 2,6 Mrd Euro Besitzer

Mit seinen Fischstäbchen hat Käpt'n Iglo Kinder in Deutschland über Jahrzehnte begeistert - zumindest in der Fernsehwerbung. Weniger Freude mit Iglo hatte in den letzten Jahren der Finanzinvestor Permira. Jetzt probiert ein neuer Besitzer sein Glück.

London (dpa) - Die Traditionsfirma Iglo bleibt Spielball von Finanzinvestoren und steuert auf eine ungewisse Zukunft zu.

Der britische Beteiligungsfonds Permira reicht den Tiefkühlkosthersteller für etwa 2,6 Milliarden Euro an die Investmentgesellschaft Nomad mit Geschäftssitz auf den Britischen Jungferninseln weiter.

Am Montag teilten die auf gewinnbringende Firmenübernahmen spezialisierten Unternehmen mit, den Deal im zweiten Quartal 2015 abschließen zu wollen. Die in Deutschland vor allem für ihre Fischstäbchen ("Käpt'n Iglo") bekannte Iglo Group soll zu einem globalen Champion der Nahrungsmittelindustrie gemacht werden.

Wie genau der Käufer Nomad das erreichen will, ist jedoch noch relativ unklar. Erst im vergangenen Jahr von den Investoren Martin E. Franklin und Noam Gottesman gegründet, will die Firma sich durch Zukäufe zu einem Schwergewicht im internationalen Lebensmittelmarkt entwickeln. Ein Portfolio an Beteiligungen soll um die Iglo Group herum aufgebaut werden.

Nomad will sich nach der Iglo-Übernahme in "Nomad Foods" umbenennen und an Börsen in London und New York listen lassen. Permira scheint an den großen Plan zu glauben - der Private-Equity-Spezialist wird neun Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft halten.

Permira hatte Iglo 2006 vom Nahrungs- und Waschmittelkonzern Unilever übernommen und beschreibt die Entwicklung seitdem als Erfolgsgeschichte. Tatsächlich soll der Investor aber schon länger nach einem Käufer für Iglo gesucht haben.

Der Umsatz der Iglo Group ging 2014 um rund zwei Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zurück. Der deutsche Markt für Tiefkühlkost, in dem neben dem großen Rivalen Frosta auch etliche Discounter mitmischen, ist heftig umkämpft. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdiente Iglo im letzten Geschäftsjahr 306 Millionen Euro.

Mit der einstigen Traditionsfirma aus Norddeutschland hat das Unternehmen außer der seit Anfang der 1960er Jahre verwendeten Marke Iglo ohnehin nicht mehr so viel gemein. Die Iglo Group, die nun den Besitzer wechselt, ist mit 2800 Mitarbeitern und den Marken Iglo, Findus und Birds Eye in zwölf Ländern Europas vertreten. Sie hat ihren Hauptsitz nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen in London.

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