Tiefstand der Zinsen nutzen: Mit Forward-Darlehen vorsorgen

- Die Zinsen von heute für morgen sichern - der Bauherr sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen. Die Hypothekenzinsen sind in den letzten Wochen wieder leicht gestiegen und Joachim Fröhler von der Stadtparkasse München ist überzeugt, "dass in den nächsten Monaten die Zinsen leicht, aber kontinuierlich ansteigen". Die einfachste und eleganteste Lösung für den Zinseinkauf von morgen ist das Forward-Darlehen: Gläubiger und Schuldner bleiben dieselben und das Grundbuch muss nicht geändert werden.

Risiko: Angebote nur bei steigenden Zinsen rentabel

Forward-Darlehen vergeben die Kreditinstitute, wenn die Zinsbindung für das ursprüngliche Darlehen nicht länger als höchstens 30 bis 36 Monate dauert. Der Preis für die vorzeitige Umstellung auf die niedrigeren Zinsen ist ein Aufschlag auf die aktuellen Konditionen. Der Aufschlag beträgt pro Monat Zinsbindung 0,02 bis 0,025 Prozent. Die Ersparnis ist beträchtlich. Wer am 1. Oktober 1996 eine Hypothek aufgenommen hat, zahlt seitdem 6,5 Prozent, die Stadtsparkasse bietet eine Anschlussfinanzierung für 4,3 Prozent. Wenn die Zinsbindung erst am 1. 10. 2007 endet, müssen wegen des höheren Zuschlags bereits 4,50 Prozent entrichtet werden, aber das ist immer noch sehr viel weniger gegenüber dem ursprünglichen Satz von 5,75 Prozent. Die Direktanbieter wie die Interhyp AG sind noch günstiger.

"Das Forward-Darlehen ist kein Produkt von der Stange", sagt Wolfgang Gottschalk, der Regionalleiter Baufinanzierung München der HypoVereinsbank. Der Kunde solle sich beraten lassen, welche der vielen Varianten für ihn die richtige ist. Den zuerst angebotenen Zinssatz kann der gute Kunde mit Hinweis auf die Angebote der unabhängigen Baufinanzierer drücken. In erster Linie ist aber beim Abschluss der Aufschlag verhandelbar. Auf jeden Fall sollte sich der Kunde Beispiele vorrechnen lassen. Schneller von den Schulden kommt der herunter, der die ersparten Zinsen in eine höhere Tilgung steckt und die gleiche monatliche Rate weiter zahlt.

Es gibt keine Garantie, dass die langfristigen Zinsen weiter steigen. Das Forward-Darlehen ist so eine Wette auf die zukünftige Zinsentwicklung. Wenn die Zinsen 2006 oder 2007 niedriger liegen, dann hat der Immobilienbesitzer seine Wette verloren. Gottschalk lässt deshalb den Kunden entscheiden. "Wer der Meinung ist, die Zinsen gehen nach oben, sollte sich die heutigen, niedrigen Zinsen mit einem Forward-Darlehen sichern." Und die Häuslebauer glauben an höhere Zinsen, denn bei der HypoVereinsbank wird das Forward-Darlehen "rege in Anspruch genommen".

Die langfristigen Zinsen sind auf historischen Tiefs angekommen. Wer damit rechnet, dass die Zinswende demnächst einsetzt, kann sich die heutigen Sätze - gegen Aufpreis - auch für die Zukunft sichern.

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