Tierversicherung: Herrchen wird’s schon richten

München - Zerkaute Schuhe, angeknabbertes Edelholz, zerfressene Sofas: Wenn sich der Hund an fremdem Eigentum austobt, kann das den Besitzer nicht nur Nerven kosten, sondern auch bares Geld. Richtig teuer wird es, wenn der Vierbeiner Menschen verletzt. Eine Haftpflichtversicherung schützt.

Beppo ist ein braver Hund, der tut keiner Fliege was zu Leide. Davon ist sein Besitzer überzeugt. Eines Tages spielt Beppo im Park mit einem anderen Hund und rennt dabei in das Fahrrad einer alten Dame. Die Frau fällt hin und muss ins Krankenhaus: Beckenbruch, wochenlange stationäre Behandlung. Das wird teuer – für den Hundebesitzer. Beppos Unfall ist einer der typischen Fälle, die Versicherer anführen, wenn es um die Frage geht, ob sich eine Haftpflichtversicherung für den Hund lohnt.

Wer benötigt eine Hundehaftpflicht?

„Jeder der einen Hund hat, sollte eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen“, empfiehlt Hajo Köster vom Bund der Versicherten (BdV). Wer mehrere Hunde besitzt, sollte für jedes einzelne Tier eine Versicherung abschließen. Risiken wie Hunde oder Pferde sind nicht in einer normalen Privathaftpflichtversicherung enthalten – im Gegensatz zu Katzen und anderen zahmen, kleinen Haustieren.

Zum Teil ist die Haftpflichtversicherung für Hunde in Deutschland schon Pflicht, zum Beispiel in Berlin, in Bayern allerdings nicht. Laut Köster kommt es am häufigsten zu Schäden durch Bisse. „Da muss man schnell mal die Hose bezahlen und Schmerzensgeld kommt auch noch dazu“, berichtet der BdV-Experte. Vor allem wenn durch den Biss Krankheitskeime in die Wunde kommen, sie sich entzündet oder Narben bleiben.

Der Hund muss allerdings nicht einmal auf jemanden losgehen, manchmal reicht es auch, einen Jogger nur anzubellen. „Jemand erschrickt und knickt um. Auch dann könnte Schadensersatz fällig werden“, sagt Köster.

Was die Versicherung haben muss

Eine gute Hunde-Haftpflichtversicherung gibt es laut BdV-Experten schon ab 50 bis 60 Euro im Jahr. Teurer wird die Versicherung bei Kampfhunden. Sie kostet um die 400 Euro im Jahr, so Köster. Gute Hundehaftpflicht bedeutet: drei Millionen pauschale Versicherungssumme bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die Police sollte außerdem Mietsachschäden in ausreichender Höhe umfassen, zum Beispiel bei Schäden an Türen. Für die Tierhalterhaftpflichtversicherung für Hunde empfiehlt der BdV außerdem, dass folgende Kriterien erfüllt werden sollten:

-weltweiter Auslandsaufenthalt (oftmals nur mit zeitlicher Begrenzung möglich)

-Deck-Schäden sollten eingeschlossen sein: Ein ungewollter Deck-Akt kann hohe Kosten für zum Beispiel Abtreibung oder Aufzucht von Welpen verursachen.

-Welpen in der Obhut des Muttertieres sollten für mindestens sechs Monate mitversichert sein.

-Privates Hüten fremder Hunde sollte eingeschlossen sein.

Hüten von fremden Hunden

Die Hundeversicherung schützt grundsätzlich denjenigen, der den Hund beaufsichtigt. Die Hundehaftpflicht versichert somit nicht nur den Halter, sondern auch andere Personen, die auf den Vierbeiner aufpassen. Dazu können Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und Nachbarn zählen. Diese sind durch die Hundehaftpflichtversicherung geschützt, während sie sich um das Tier kümmern. Der Hund ist als das Risiko versichert. Wenn der eigentliche Besitzer der Hunde keine Hunde-Haftpflicht hat: Gute Privathaftpflichtversicherungen umfassen das Hüten von fremden Hunden. Allerdings ist man selbst nicht versichert. Das heißt: Wenn man den Hund ausführt und von ihm gebissen wird, hat man Pech gehabt, so Experte Köster.

Wovor die Police nicht schützt

Die Hundehaftpflichtversicherung schützt nicht vor eigenen Schäden. Zerstört der Vierbeiner beispielsweise den Fernseher im heimischen Wohnzimmer, gibt es keine Entschädigung. Auch nicht, wenn ein Schaden absichtlich herbeigeführt wurde. Die Versicherung haftet ausschließlich nur bei nicht durch Absicht entstandenen Fremdschäden.

Weitere Infos unter www.finanzen.de und dem Bund der Versicherten.

Rubriklistenbild: © dpa

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