Das Logo der chinesischen Video-App Tiktok wird auf einem Smartphone-Bildschirm angezeigt.
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Rechtsstreit in den USA - Tiktok wird jetzt doch nicht verboten - zumindest vorerst

  • vonAstrid Theil
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Eigentlich sollte die beliebte Video-App Tiktok in den USA verboten werden. Die Verbotsverordnung wurde nun jedoch vorübergehend aufgehoben.

  • Die beliebte Video-App Tiktok sollte in den USA verboten werden.
  • Nun wurde die Verbotsverordnung vorübergehend aufgehoben.
  • Der chinesische Mutterkonzern hat nun mehr Zeit gewonnen, um den US-Zweig der App an ein Unternehmen in den USA zu verkaufen.

Washington D.C. - Die Video-App Tiktok darf in den USA doch weiterhin genutzt werden. Wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht verlängerte das US-Komitee für Ausländische Investitionen am Freitag die Frist für den chinesischen TIktok-Mutterkonzern. Nun hat dieser bis zum 27. November Zeit, für seine Aktivitäten einen Käufer in den USA zu finden. Somit ist das ursprünglich geplante Verbot von Tiktok vorerst aufgehoben worden. Die Video-App erfreut sich in den USA eines großen Erfolges: etwa hundert Millionen Menschen nutzen die App.

Eine Begründung für die Fristverlängerung bis Ende November gab das US-Komitee nicht bekannt. Das US-Handelsministerium kündigte bereits am Donnerstag an, dass es wegen einer Gerichtsanordnung zur einer Aussetzung des Verbotes kommt. Die juristischen Auseinandersetzungen würden laut Aussage des Ministeriums fortgesetzt werden.

Tiktok-Verbot in den USA: App Gefahr für die nationale Sicherheit?

Tiktok hätte eigentlich bis Donnerstag einen Käufer in den USA finden müssen. Da sich die Suche jedoch als nichts erfolgreich herausstellte, drohte ein Verbot der App. US-Präsident Donald Trump versuchte mit der Verbotsverordnung, die Anfang August erlassen wurde, den chinesischen Mutterkonzern Bytedance zum Verkauf des US-Zweiges von Tiktok an ein Unternehmen in den USA zu erwirken. Die US-Regierung begründete ihr Vorgehen damit, dass Tiktok eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstelle. Trump unterstellte dem chinesischen Konzern Bytedance, die App zu Spionagezwecken zu nutzen und Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzuleiten. Das Unternehmen bestritt dies vehement.

Zuletzt verhandelte Bytedance mit dem Sofwarekonzern Oracle und dem Einzelhandelsriesen Walmart über den Verkauf des US-Zweigs der App. Donald Trump unterstützte diesen Verkauf, obwohl unklar war und fortwährend ist, wie ein möglicher Deal zur Zukunft der Plattform in den USA aussehen könnte.

Verbotsverordnung der US-Regierung: juristischer Gegenwind aus Pennsylvania und Washington

Gegen die Verbotsverordnung der US-Regierung laufen in den USA mehrere Verfahren. Eine Bundesrichterin in Pennsylvania hat der Klage von drei Influencern stattgegeben. Im September hatte wiederum bereits ein Bundesrichter in Washington auf Antrag der Betreiber der App eine einstweilige Verfügung gegen die Verbotsverordnung erlassen. Eine Reaktion aus China blieb in diesem Streit nicht aus. Das chinesische Handelsministerium hatte bereits im August neuen Regeln zu Exportbeschränkungen verkündet. Diese sollten den Verkauf des US-Geschäfts für Bytedance erschweren.

Am Dienstag hatte Bytedance in den USA Schritte eingeleitet, um einen einmonatigen Aufschub für den Verkauf des US-Zweigs zu erreichen. Dieser wurde jedoch von der Regierung abgelehnt. Nach der Ankündigung des Handelsministeriums vom Donnerstag, verkündete das Unternehmen, dass es in den USA weiter darauf aus sei, eine gemeinsame Lösung zu erreichen. Den Sicherheitsbedenken der US-Regierung solle so Rechnung getragen werden - auch wenn diese von dem Konzern nicht geteilt werden.

Tiktok: App besonders bei jungen Leuten beliebt

Die Video-App ist im Jahr 2017 durch die Zusammenlegung mit der App Musical.ly entstanden. Mit der App können 15 bis 60 Sekunden lange Videos erstellt werden. Mithilfe von künstlicher Intelligenz ermittelt die vor allem von jungen Menschen genutzte App* die Vorlieben der Nutzer und optimiert die Nutzung für diese. at *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

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