Auf dem Bildschirm eine iMacs ist Apple Konzernchef Tim Cook zu sehen, als er die Grundsatzrede während der 2020 Apple Worldwide Developers Conference hält
+
Apple-Chef Tim Cook hat das Technologieunternehmen wieder in die Gewinnerzone gebracht.

In großen Fußstapfen

Apple-Chef Tim Cook: Viele haben an Steve Jobs Nachfolger gezweifelt - doch er hat seine Kritiker widerlegt

Als Nachfolger von Steve Jobs trat der Apple-Chef Tim Cook in große Fußstapfen. Doch er hat allen gezeigt, dass er die Erfolgsgeschichte weiterschreiben kann.

  • Tim Cook vertrat seinen Vorgänger Steve Jobs, als sich dieser aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tagesgeschäft von Apple zurückzog.
  • Seit August 2011 ist Cook offiziell als Apple-CEO tätig und treibt den Erfolg des Technologieunternehmens seither stetig voran.
  • Bevor Cook von Jobs für die Position bei Apple angeworben wurde, war er bei IBM und Compaq tätig.

Cupertino - Tim Cook musste sich einer Herausforderung stellen, die eigentlich unmöglich ist. Nachdem sich der damalige CEO Steve Jobs (56, † 2011) im Januar 2009 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tagesgeschäft des Tech-Giganten Apple zurückzog, sollte Cook in Fußstapfen treten, die gewaltig waren. Von vielen Kritikern wurde der heutige Apple-CEO für die falsche Wahl gehalten. Sie warfen Cook vor, nicht innovativ genug zu sein. Doch der Manager hat es allen gezeigt: Unter Cooks Leitung entwickelte sich das iPhone zum erfolgreichsten Produkt aller Zeiten, das Dienstleistungsgeschäft verzeichnete enorme Gewinne und Apple stieg zum ersten Billionen-Dollar-Unternehmen der Welt auf.  Der 5-Jahres-Kursverlauf der Apple-Aktie im Vergleich zu anderen Tech-Werten unter der Leitung von Tim Cook kann sich sehen lassen.

Tim Cook wurde von Steve Jobs persönlich bei Apple angeworben – zunächst für den Job als Senior Vice President of Operations. Schnell stieg er zum Executive Vice President of Worldwide (2002) auf, zeigte sich zusätzlich für das Geschäft mit Macintosh verantwortlich, bevor er im Jahr 2005 schließlich zum COO aufstieg. Im gleichen Jahr wurde er auch Mitglied des Aufsichtsrats von Nike – und ist es bis heute. Zwischen Nike und Apple besteht eine langjährige Partnerschaft, die zurückreicht bis zu dem Nike + iPod-Schuhsensor zur Erfassung von Laufdaten. Cook vertrat Jobs immer wieder als CEO, bis er nach dessen Rücktritt am 24. August 2011 den Chef-Posten dann offiziell übernahm.

„Steve hat Tim jahrelang auf den Posten des CEO hin geschult und vorbereitet“, erzählt etwa der Apple-Kenner Bajarin in der Cook-Biografie „Tim Cook: Das Genie, das Apples Erfolgsstory fortschreibt„. Noch zu Lebzeiten von Jobs stellte Cook Apples Vertrieb neu auf, verlagerte die kostspielige Produktion nach China und führte die Firma damit vom Bankrott in die Gewinnzone. Unter der Führung von Cook wurden unter anderem das iPad mini, das überarbeitete Mac Pro, die Apple Watch sowie die umsatzstarken AirPods auf den Markt gebracht.

Tim Cook: Der berufliche Werdegang des Apple-Chefs

Studiert hat der „leise Manager aus den Südstaaten“ (er wurde 1960 in Mobile, Alabama geboren) Tim Cook an der Auburn University. Anders als Steve Jobs schloss er das Studium ab und absolvierte seinen MBA an der Business School der Duke University. Schon während seines MBAs war er ab 1983 für IBM tätig, zuletzt im Bereich Herstellung und Vertrieb sowie für die PC-Sparte in Nord- und Südamerika. Einen kurzen Ausflug machte Cook 1997 beim Hersteller von Computern Compaq, wo er sechs Monate den Posten des Vizepräsidenten für Corporate Materials innehatte.

Tim Cook: So unterscheidet sich der Führungsstil zu Steve Jobs

„Bescheiden, zurückhaltend, freundlich, zuverlässig“. Tim Cook wird in seiner Biografie von ehemaligen Mitschülern der Kleinstadt Robertsdale, Alabama, ähnlich beschrieben wie von seinen späteren Arbeitskollegen von IBM, Intelligent Electronics oder Compaq. Im Gegensatz zu Steve Jobs spielt Cook lieber im Hintergrund und führt das Unternehmen wie mehr wie ein Trainer, denn als Kreativer. Damit steht der Apple-Chef für den neuen Führungsstil des Silicon Valley, bei dem Bescheidenheit, Teamwork und der Wille, Verantwortung zu übernehmen, mehr zählt als der große Auftritt.

Tim Cook spricht offen über seine Homosexualität

Über das Privatleben von Tim Cook erfährt man in seiner Biografie recht wenig. Umso erstaunlicher, wie offen der Apple-Chef über seine Homosexualität spricht. „Ich bin stolz, schwul zu sein“, so outete sich Cook in einem Beitrag der „Businessweek“ im Jahr 2014. Damit war er der erste US-amerikanische Top-Manager (Fortune 500), der öffentlich über seine Homosexualität sprach.

Für Cook war klar, dass seine sexuelle Orientierung nicht mehr allein seine Privatangelegenheit ist. Es habe seine Sexualität nie verleugnet, aber auch nicht in der Öffentlichkeit bekannt. Die Homosexualität habe ihm ein tiefes Verständnis dafür gegeben, was es heißt, einer Minderheit anzugehören. „Es macht uns mitfühlender, was wiederum zu einem erfüllteren Leben führt“, schrieb Cook damals.

Auch interessant

Kommentare