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Bundestag - Handyaktion

Stiftung Warentest

Tipps: Alte Handys kaufen und verkaufen

Es gibt sie in vielen Haushalten – diese Schublade voll mit alten Handys. Alle paar Jahre wird ein neues Mobiltelefon angeschafft und der Vorgänger wandert ins Schubfach. 

Millionen gebrauchter Handys liegen hierzulande ungenutzt herum. Dabei bieten Händler je nach Erhaltungszustand gutes Geld für die Geräte. Die Stiftung Warentest hat Plattformen für Kauf und Verkauf alter Handys getestet und herausgefunden, welche Anbieter das meiste zahlen.

Smartphones sind am lukrativsten

Was gebrauchte Handys einbringen, hängt vor allem von diesen Dingen ab: Wie alt das Gerät ist, von welcher Marke es ist, wie gut es noch funktioniert – und wie viele Gebrauchsspuren es hat. Für ältere Handys – zum Beispiel die Tastentelefone von Nokia – gibt es oft nur ein paar Euro oder sogar nur Cents. Oft lohnt sich ein Verkauf gar nicht. Mobilfunkbetreiber wie O2 oder die Telekom nehmen alte Handys in ihren Shops entgegen und unterstützen mit einem Teil des Erlöses gemeinnützige Organisationen. Im Hausmüll haben alte Geräte jedenfalls nichts verloren, betont die Stiftung Warentest. Seit Ende Juli müssen auch große Elektronikmärkte und Internethändler Altgeräte zurücknehmen.

Für Smartphones in einem guten Erhaltungszustand kann man bei Ankäufern hingegen noch ordentlich Geld erzielen.

Preisfrage: Verkaufen oder versteigern?

Verkauft haben die Tester ältere Smartphone-Modelle der namhaften Hersteller Samsung und Apple. Sie haben sie bei großen und kleinen Internethändlern eingereicht, die auf das Geschäft mit Handys aus zweiter Hand spezialisiert sind. Außerdem haben sie die Modelle dem Handyhersteller Apple sowie den Elektronikmärkten Saturn und Media Markt angeboten. Auch im Internetauktionshaus Ebay versteigerten sie Smartphones. Die Erlöse fielen sehr unterschiedlich aus. Einige Händler drückten den Preis.

Erste Anlaufstelle für Verkaufswillige sind die Internetseiten der Händler. In einem Menü klicken Nutzer unter anderem an, ob das Handy noch tadellos funktioniert, der Akku in Ordnung ist oder wie stark die Gebrauchsspuren sind. Danach erscheint auf der Webseite, welchen Preis der Händler bietet. Nachdem die Tester die Handys per Post eingesendet hatten, zahlten manche Händler einfach die angebotene Summe, andere setzten sie runter. Erstaunlich: Auf einigen Geräten fanden Händler Kratzer oder andere Gebrauchsspuren, die die Geräte nicht hatten – fadenscheinige Argumente, um den Preis zu mindern.

Händler in der Fairness-Falle

Die Tester wollten herausfinden, welche Händler fair arbeiten, und stellten allen eine Falle. Nigelnagelneuen Handys dichteten sie bei ihrer Zustandseinschätzung im Internet nicht vorhandene Gebrauchsspuren an und reichten sie bei den Händlern ein. Würden die Anbieter den Preis heraufsetzen, wenn sie die wahre Qualität der Smartphones erkennen? Resultat: Nur zwei der sieben geprüften Internethändler glänzten in diesem Punkt. Sowohl Asgoodasnew als auch Flip4New stockten das Angebot auf. Sie zahlten genauso viel wie für die als neuwertig beschriebenen Smartphones. Handy-Bestkauf bot erstaunlicherweise nur 25 Euro für das nagelneue iPhone. Das Gute: Kunden können ein korrigiertes Angebot ablehnen. Alle Anbieter, außer Zoxs und Handy-Bestkauf zahlen dann sogar das Porto fürs Rücksenden des Gerätes.

Wo man die besten Gebrauchten findet

Eingekauft haben die Prüfer auch: Bei vier Händlern, die zusätzlich gebrauchte Handys an Kunden weiterverkaufen, erstanden sie mehrere Exemplare. Laut Angabe im Netz sollten sie in einem sehr guten Zustand sein. Das stimmte meist, aber nicht in allen Fällen. Ein Gerät wurde warm und stürzte mehrfach ab, ein zweites kam mit schadhaftem Akku bei der Stiftung Warentest an, bei einem dritten ließ sich die automatische Displayhelligkeit nicht einstellen. Zudem waren die Preise für die Gebrauchten im Vergleich zum Neukauf nicht immer attraktiv. Die Händler verkauften die Handys im Schnitt 30 Prozent teurer als sie beim Kauf gleichwertiger Geräte bezahlen. Mehr als 20 Prozent Preisvorteil gegenüber einem Neugerät gibt es kaum. Deshalb sollte man auf alle Fälle prüfen, was ein Neugerät kosten würde. Das hat zwei Jahre Gewährleistung, bei gebrauchter Ware kann es nur ein Jahr Gewährleistung geben. Das Ergebnis: Sein altes Handy verkauft man am besten bei Clevertronic. Schnell und reibungslos erhält man beim Testsieger einen guten Preis. Attraktive Preise zahlt auch Zoxs. Wer unsicher ist, wie gut sein Telefon in Schuss ist, geht beim Anbieter Asgoodasnew kein Risiko ein: Er setzt den Preis hoch, wenn der Kunde sein Gerät zu schlecht einschätzt. Eine Versteigerung über Ebay kann sich ebenfalls lohnen. Erste Wahl für alle, die ein gebrauchtes Handy kaufen wollen, ist ebenfalls Clevertronic.

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