Tipps zum Computer-Kauf: Verspielter oder nüchterner Typ?

München - Wenn neue Spiele mangels Rechenleistung nur noch als Dia-Show über den Bildschirm ruckeln oder die in Ehren ergraute Festplatte wegen zu vieler Urlaubsfotos aus allen Nähten platzt, liebäugeln PC-Nutzer schnell mit dem Kauf eines neuen Rechners. Doch auf was für ein System soll man bei der Neuanschaffung setzen?

Auf ein Laptop oder einen klassischen Computer? Auf ein Windows-System oder eines von Apple?

Laptops auf dem Vormarsch

Der Trend bei privaten Computern geht klar zur Mobilität, weil diese viele Vorteile bietet: Nur ein Laptop kann man mal eben zum Surfen im Internet mit auf die Terrasse nehmen, es unkompliziert zu Freunden mitnehmen oder damit im Urlaub im Hotel seinen E-Mailverkehr erledigen. Entscheidend für den Notebook-Boom ist, dass diese Geräte in den letzten Jahren sehr preiswert geworden sind: Solide Markengeräte von Toshiba, Sony oder Acer kosteten vor ein paar Jahren noch 2000 Euro, jetzt bekommt man solide Geräte wie das Toshiba Satellite A210-19Z schon für unter 600 Euro.

Nachteile der Mobilität

Doch auch wenn die Vorteile von Laptops klar auf der Hand liegen, gilt es zu überlegen, ob ein klassischer PC für den persönlichen Gebrauch nicht geeigneter ist. Immer noch bekommt man bei den unhandlicheren Geräten mehr Rechenleistung für weniger Geld. Wer aktuelle Spiele schätzt und seinen PC nur am heimischen Schreibtisch nutzt, ist mit einem klassischen Computer besser beraten. Auch wenn später eine Modernisierung des Systems gewünscht ist, können die altmodischeren Systeme punkten: Komponenten wie Grafikbeschleuniger oder Prozessoren lassen sich bei ihnen mit ein wenig Geschick selber tauschen, bei mobilen Computern geht das meist gar nicht. Laptops bieten generell nur sehr begrenzte Erweiterungs-Möglichkeiten, mehr als ein Aufstocken des Arbeitsspeichers und ein Tausch der Festplatte ist meist nicht drin. Auch die Größe der Festplatten kann dafür sorgen, sich gegen ein Notebook zu entscheiden: Während klassische Systeme meist mindestens 500 Gigabyte für Daten zur Verfügung stellen, haben mobile Systeme technisch bedingt meist nur 200 GB Speicher oder weniger zu bieten. Für Spieler relevant ist, dass die Grafikbeschleuniger in Laptops generell weniger leistungsfähig sind als in großen Systemen. Wer ein spielefähiges Laptop will, muss viel Geld ausgeben: Unter 1200 Euro gibt es in dieser Kategorie kaum vernünftige Geräte, die über Grafikkarten mit 256 oder 512 Megabyte eigenen Speicher verfügen.

Passende Leistung und Ausstattung

Die Multimedia-PCs, die Discounter wie Aldi oder Lidl regelmäßig anpreisen, bieten meist viel Gegenwert fürs Geld. Doch vor einem Kauf sollten sich Interessenten genau überlegen, ob sie deren überkomplette Ausstattung und enorme Rechenleistung benötigen - oder es nicht ein einfacherer Rechner tut. Denn wen aktuelle Spiele nicht interessieren, wer nur Fotos verwaltet, Briefe tippt und im Internet surft, dem reicht ein günstigerer PC für Büroarbeiten. Diese gibt es bereits für rund 300 Euro. Das spart nicht nur Geld beim Kauf, sondern auch später im Betrieb: Multimedia-Maschinen mit leistungsstarken Prozessoren und Grafikkarten benötigen viel mehr Strom als schwächere Rechner.

Wer große Mengen Fotos oder viel Musik und Filme auf seinem Rechner hortet, sollte auf eine üppige Festplatte achten: 500 Gigabyte sind mittlerweile bei den Systemen Standard, weniger sollten es auch nicht sein. Ein großer Arbeitsspeicher von mindestens 2 Gigabyte sorgt für zügiges Arbeiten. Programme öffnen sich schneller, aufwendige Bildbearbeitungen gehen flotter vonstatten und Spiele laufen ruckfreier. Computer-Zocker müssen zusätzlich auf eine vernünftig dimensionierte Grafikkarte achten: 512 Megabyte eigenen Speicher sollte sie mindestens haben. Günstige PCs mit Grafikbeschleunigern ohne eigenen Speicher ("shared memory") taugen nicht für aktuelle Spiele, sind aber für Büroarbeiten völlig ausreichend.

Mac oder PC?

Ob man sich für einen Apple-Computer ("Mac") oder einen PC mit dem Betriebssystem Windows von Microsoft entscheidet, ist eine Glaubensfrage. Hat man einen Bildschirmarbeitsplatz, empfiehlt es sich, für daheim das gleiche Betriebssystem zu wählen. Hier kommt der Interessent nicht drum herum, im Laden oder bei Freunden beide Systeme zu testen und zu sehen, mit welchem er besser umgehen kann, welches ihn mehr anspricht und logischer erscheint. Windows-Systeme sind weiter verbreitet, bieten meist mehr Erweiterungsmöglichkeiten und es gibt mehr Programme für sie. Apple-Computer dagegen sind schicker, durchdachter in der Bedienung und laufen oft stabiler und mit weniger Abstürzen des Betriebs-Systems.

Bildschirm wechseln

Wer seinen Rechner tauscht, der sollte darüber nachdenken, andere in Ehren ergraute Komponenten gleich mit in den Ruhestand zu schicken. Vor allem bietet sich an, alte Monitore mit Bildröhre gegen einen flachen TFT-Bildschirm zu tauschen. Geräte mit 19 Zoll großer Bildfläche wie den Asus VW192S gibt es schon für 170 Euro. Die Flachbildschirme sparen nicht nur Platz auf dem Schreibtisch. Sie sind auch viel sparsamer im Stromverbrauch, strahlungsärmer und ihre oft schärfere Bilddarstellung schont die Augen bei der Arbeit.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Dank der langen Geschichte ist Jeep ein wertvoller Teil des Fiat-Chrysler-Konzerns. Der chinesische Hersteller Great Wall hat nun offizielle Interesse an der …
Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Die Justiz in München und den USA hat den Audi-Ingenieur P. in der Dieselaffäre ins Visier genommen. Der packt aus. Für seine Verteidiger ist die Sache klar - für die …
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Große Verwunderung gab es am Samstag in der Hamburger Hafencity. Dort war ein Edeka-Supermarkt wie leer gefegt - und das mit Absicht. 
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor
Dallas/San Diego (dpa) - Der US-amerikanische Starinvestor Warren Buffett hat beim Bieterwettkampf um den texanischen Stromanbieter Oncor den Kürzeren gezogen.
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor

Kommentare