Tipps zum Fahrradkauf: Beratung ist das A und O

- Mit dem Frühjahr kommt die Fahrrad-Saison. Wer ein neues Gefährt kaufen will, hat jetzt reichlich Auswahl. Wir erklären, worauf Sie beim Radl achten sollten.

"Das Entscheidende ist, dass ich mir überlege, für was ich das Fahrrad brauche", erklärt Traudl Schröder vom Bayerischen Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Wer mit seinem Rad in den Urlaub oder jeden Tag zehn Kilometer zur Arbeit fahren will, braucht ein höherwertiges Modell als derjenige, der ab und zu fünf Minuten zum Supermarkt radelt. "Die heutigen Citybikes eignen sich schon für einen kleineren Ausflug", aber wer auch mal eine 30- bis 40-Kilometer-Tour plant, muss tiefer in die Tasche greifen und sich ein Trekkingrad zulegen, meint Schröder.

Beratung beim Fachhändler

Sobald klar ist, was man will, sollte man auf einen Regentag warten. Da hat der Verkäufer meist viel Zeit für die Beratung. Und die ist wichtig. Schröder rät dazu, das Rad beim Fachhandel zu kaufen. Dort wird das Fahrrad dann später auch gewartet. "Im Supermarkt kann ich so was nicht bekommen."

Der passende Rahmen

Wie beim Schuhkauf muss der Rahmen zur Körpergröße passen. Hochklassige Fachhändler haben Rahmenmessgeräte und so gut wie alle Fachhändler haben Erfahrungswerte. Jedes gute Fahrrad sollte es mit verschiedenen Rahmengrößen geben, sagt die ADFC-Sprecherin. "Je billiger das Rad, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es verschiedene Rahmengrößen gibt." Für Kinder gilt: "Zumindest auf der Stange sitzend sollte das Kind den Boden berühren können", sagt Jürgen Tewes von der Stiftung Warentest. Er empfiehlt Eltern, ihren Kindern ein Mountainbike mit kleinem Rahmen und großen Rädern zu kaufen und dann die Sattelhöhe zu verstellen. "Diese Fahrräder wachsen schon eine ganze Weile mit", sagt er.

Ausgiebige Probefahrt

Um herauszufinden, ob das Rad wirklich zu einem passt, rät Schröder unbedingt zu einer Probefahrt. Und damit meint sie mehr, als nur eine Runde im Hof zu drehen. Ideal wäre es, das Rad ein bis zwei Stunden auszuprobieren, aber darauf wird sich wohl kaum ein Händler einlassen.

Reifengröße ist Geschmackssache

Im Gegensatz zum Rahmen sind Größe und Breite der Reifen laut Schröder Geschmackssache. Wer vorhat, im Gelände zu fahren, sollte sich ein Mountainbike mit breiten 26-Zoll-Reifen zulegen. Ein Rennrad mit schmalen Reifen ist besser für den Ausdauersport als für Stadtfahrten geeignet. Ein Trekkingrad hat meist 28 Zoll große Reifen.

Beleuchtung per Dynamo

"Eine gute Beleuchtung ist ein wichtiges Sicherheitselement", erklärt die ADFC-Sprecherin. Dabei geht es vor allem darum, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Offiziell zugelassen sind nur Lichtanlagen, die mit einem Dynamo betrieben werden. Batteriebetriebene Lichter sind nur bei Rennrädern erlaubt. "Wenn jemand jeden Tag 15 Kilometer zur Arbeit fährt, dem würde ich einen Nabendynamo empfehlen", sagt Schröder. Dieser wird in die Nabe des Vorderrads integriert und ist am wenigsten anfällig für Störungen. Technisch sei das das Beste, was es derzeit gibt, doch auch nicht ganz billig. Wer sich dafür interessiert, muss mit ein paar hundert Euro rechnen. Radlern, die abends in der Stadt unterwegs sind, rät Schröder dazu, sich ein Licht zuzulegen, das zwar mit einem Dynamo betrieben wird, aber Energie speichert. Steht man an der Ampel, leuchtet die Lampe weiter.

Lebenswichtig: Gute Bremsen

Bei Bremsen "sollte man auf jeden Fall auf etwas Hochwertiges setzen", rät Schröder. Billige Bremsen können versagen, wenn es nass ist. Gute Beratung ist auch in diesem Bereich wichtig. Im oberen Preissegment gibt es Scheibenbremsen. Standard sind heute Felgenbremsen, sagt Schröder. Cityräder werden oft mit einer Rücktrittbremse geliefert.

Zu viele Gänge nicht ratsam

Es gibt Kettenschaltungen und Nabenschaltungen. Letztere ist wartungsärmer, wird überwiegend für Cityräder genutzt und bringt eine Rücktrittbremse mit sich. Mountainbikes und Trekkingräder haben meist Kettenschaltung und Felgenbremse. Der Vorteil der Kettenschaltung ist, dass sie mehr Gänge mit sich bringt als die Nabenschaltung. Doch "ob man die auch alle nutzt, möchte ich bezweifeln", sagt Jürgen Tewes von der Stiftung Warentest. Oft kann man gar nicht alle Gänge benutzen. Viele sind sehr ähnlich oder sollten nicht genutzt werden, weil die Kette dann zu schräg verläuft und schneller kaputtgeht.

Gute Fahrräder kosten mehr

Grundsätzlich gilt: Gute Qualität hat ihren Preis. "Unter 500 Euro würde ich die Finger davon lassen", sagt Schröder. Je höher die Ansprüche, desto teurer wird es. Sind eine mehrwöchige Radtour oder ein täglicher Arbeitsweg von zehn bis 20 Kilometern geplant, rät die ADFC-Sprecherin dazu, über 1000 Euro auszugeben. Auch Jürgen Tewes würde auf jeden Fall 500 Euro bezahlen, weil es selbst in dieser Preisklasse noch Räder gebe, die erhebliche Mängel aufwiesen.

Ein Bügelschloss als Sicherheit

Damit das gute Stück nicht gleich geklaut wird, empfiehlt Schröder den Kauf eines Bügelschlosses. Dieses liegt preislich zwischen 50 und 100 Euro. "Von Kabel- oder Zahlenschlössern sollte man die Finger lassen", meint sie. Wichtig sei, das Rad nicht nur abzusperren, sondern es auch anzusperren, damit es nicht weggetragen werden kann.

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