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Gold steht so hoch im Kurs wie noch nie: Beim Verkauf von Schmuck oder Münzen gilt es dennoch einiges zu beachten.

Tipps für den Goldverkauf

München - Der Goldpreis steigt und steigt. Erstmals hat er die 1400-Dollar-Grenze für eine Feinunze übersprungen. Da wird es immer interessanter, Schmuck, Münzen oder Zahngold zu Geld zu machen. Doch auch die Zahl der Händler steigt, und längst nicht jeder arbeitet seriös.

Das Geschäft läuft. So gut, dass Goldhändler inzwischen sogar per Fernsehwerbung um den Schmuck und altes Zahngold der Deutschen buhlen. Besonders im Internet lassen sich die Seiten mehr oder weniger dubioser Angebote kaum noch zählen. Gemeinsam haben alle eines: Sie versprechen das schnelle Geld. Angeblich müsse man das Gold nur in einen Briefumschlag stecken, wegschicken und schon lande Geld auf dem Konto. Doch die Zahl der Beschwerden über unseriöse Händler steigt bundesweit. Im Internet finden sich hunderte Klagen von Goldverkäufern, die sich geprellt fühlen.

„Das Problem ist, dass die Transparenz fehlt“, sagt Sascha Straub, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bayern. Die Verkäufer wüssten in den allermeisten Fällen nicht, was ihr Gold wert ist. „Wenn man es dann trotzdem einfach einschickt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die Katze im Sack zu kaufen“, sagt Straub.

Gold vom Juwelier bewerten lassen

Der Verbraucherschützer rät daher, wenn irgendwie möglich zu einem Juwelier vor Ort zu gehen, statt das Gold an einen Internethändler zu schicken. Außerdem sollte man auch den Händlern vor Ort nicht blind vertrauen, sondern mehrere Angebote einholen. Nicht selten unterscheiden sich die Angebote um mehrere hundert Euro. Der Besuch beim Juwelier hat noch einen weiteren Vorteil: Der Fachmann erkennt auch, wenn der Schmuck möglicherweise deutlich mehr wert ist als nur den aktuellen Goldpreis. Denn der Preis besonders kunstvoll gefertigter oder mit Edelsteinen besetzter Stücke kann trotz des aktuellen Höhenfluges den Goldpreis übersteigen. Auch Münzen und Medaillen können teilweise mehr wert sein.

Allerdings nehmen Juweliere oft nicht jede Art von Gold an. „Bei vielen ist zum Beispiel Zahngold ausgeschlossen“, sagt Straub. In diesen Fällen sind die Händler im Internet die einzige Möglichkeit, weil sie in der Regel „nicht so wählerisch sind“, so Straub.

Ankaufspreis ist nie der Börsenkurs

Bevor man das Gold einschickt, sollte man sich ungefähr orientieren, wie viel Geld man erwarten kann. Dafür sollte man zunächst den tagesaktuellen Goldpreis herausfinden. „Allerdings wird der nie mit dem Ankaufspreis der Händler übereinstimmen“, sagt Straub. Denn auch der Händler habe schließlich Unkosten. Er müsse teilweise recht aufwändig den Wert des eingeschickten Goldes berechnen, seine übrigen Kosten decken und eine Gewinnmarge einkalkulieren. Doch nicht immer ist es für Laien überhaupt möglich zu bestimmen, wie viel ihr Gold wert ist. Denn dabei kommt es auch auf die Qualität des Edelmetalls an. „Wenn man nicht weiß, wie viel Karat das Gold hat, kann man den Wert selbst nicht bestimmen“, sagt Straub.

Händler im Internet genau anschauen

Der Verbraucherschützer rät deshalb, dass man sich die Händler im Internet genau anschauen sollte, bevor man sein Gold dorthin schickt. „Dass auf der Internetseite der aktuelle Ankaufspreis steht, ist die Mindestvoraussetzung“, sagt Straub, „aber das ist längst nicht immer der Fall.“ Außerdem sollte man sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durchlesen. „Insbesondere die Versandbedingungen sind entscheidend“, sagt Straub. Darin sollte festgelegt sein, ob der Versand versichert ist und wer haftet, wenn das Gold beim Transport verloren geht. „Es lässt sich vor allem schlecht nachweisen, was die verlorene Sendung wert war, weil ja meist der Absender gar nicht weiß, wie wertvoll das Gold ist, wenn er es wegschickt“, sagt Straub.

Schmuck kann beschädigt werden

Für die Bestimmung des Wertes müssen die Händler das eingeschickte Gold unter Umständen mit Säuren bearbeiten. Dabei kann es zu Verfärbungen und anderen Schäden kommen. Wer sein Gold einschickt, muss daher damit rechnen, dass er beispielsweise Schmuck beschädigt zurückbekommen kann, sollte er sich entscheiden, das Angebot des Käufers nicht anzunehmen. Denn seriöse Händler bieten stets an, dass man vom Verkauf zurücktreten kann, wenn der angebotene Preis nicht den Vorstellungen des Verkäufers entspricht. Schmuck und Uhren können dann aber bereits beschädigt sein.

Philipp Vetter

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