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Die Seele baumeln lassen, allen Alltagsstress vergessen – diese Urlaubsträume werden jäh zerstört, verschwindet der Geldbeutel oder gar der ganze Koffer.

Pannen im Urlaub

Tipps für den Urlaub: Nach Diebstahl schnell handeln

München - Koffer weg, Geldbeutel weg – Urlaubslaune weg. So unangenehm ein solcher Verlust auf Reisen ist, so wichtig ist es, einige Dinge zu beachten, damit das Ganze kein teures Nachspiel hat.

Was schon daheim eine kleine Katastrophe ist, wird im Urlaub erst recht zum Albtraum: Eine gestohlene oder verlorene Geldbörse. Wer jedoch gut vorbereitet ist und einen kühlen Kopf bewahrt, kann das Schlimmste vermeiden.

„Am wichtigsten ist, sofort alle Bank- und Kreditkarten telefonisch sperren zu lassen“, sagt Josephine Holzhäuser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Danach ist der Kunde aus dem Schneider. Denn für Schäden, die nach der Kartensperre erfolgen, haftet die Bank. Um den Sperr-Anruf im Zweifelsfall beweisen zu können, rät Holzhäuser, den Namen des Mitarbeiters und die Uhrzeit des Gesprächs zu notieren. Noch besser sei, wenn ein Zeuge während des Telefonats anwesend ist.

Damit ist es aber längst nicht getan. In den meisten Portemonnaies findet sich heutzutage ein regelrechtes Sammelsurium an Karten. Auch die Krankenkasse, Bibliotheken, Videotheken, Fitnesscenter und alle anderen Unternehmen, von denen man Kundenkarten besitzt, sollten umgehend informiert werden. Je nach individuellen Vertragsregelungen müssen die Kunden sonst für entstandene Schäden haften.

Bei Diebstahl müssen Urlauber zur Polizei

Außerdem muss der Verlust des Geldbeutels bei der Polizei gemeldet und Anzeige gegen unbekannt erstattet werden. Viele Banken und Kartenherausgeber wollen die polizeiliche Anzeige sehen, bevor sie entstandene Schäden regulieren. Auch neue Ausweispapiere und den Führerschein gibt es nur nach Vorlage der Anzeige – sofern die Papiere gestohlen wurden.

Auch im Ausland ist ein Diebstahl anzuzeigen. In Touristen-Regionen gibt es oft speziell geschulte Polizeibeamte mit Fremdsprachenkenntnissen. Sind die Ausweispapiere weg, sollte der nächste Weg zur deutschen Botschaft oder dem deutschen Konsulat führen. Diese sind ermächtigt, einen „Reiseausweis als Passersatz zur Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland“ auszustellen. Dies geht schneller, wenn die Bestohlenen vorher angefertigte Fotokopien der Ausweispapiere vorlegen können.

Kfz-Papiere, Führerschein und Personalausweis können allerdings nur von den Heimatbehörden ersetzt werden. Für die Rückreise ist eine Verlustbescheinigung der Polizei in der Regel ausreichend. Bargeld gibt es von der Botschaft nur in wenigen Ausnahmefällen – zurückgezahlt werden muss es in jedem Fall. Hotel- und Krankenhausrechnungen werden grundsätzlich nicht beglichen.

Notgroschen aus der Heimat

Wer keinen Notgroschen im Hotelsafe hat, kann sich an seinen Reiseveranstalter wenden. Bei Neckermann beispielsweise können Angehörige oder Freunde die Urlaubskasse auf ein Konto des Reiseveranstalters überweisen. Die Reiseleitung vor Ort zahlt das Geld dann an den Reisenden in bar aus, sobald ein Fax oder eine E-Mail mit dem Überweisungsbeleg eingegangen ist. Das kostet meist nur eine vergleichsweise geringe Bearbeitungsgebühr.

Die Finanzdienstleister Western Union und Moneygram ermöglichen weltweite Überweisungen, und das sogar innerhalb weniger Minuten. Das Geld wird dann bei der vorher verabredeten Stelle abgeholt. Eine Onlineüberweisung von 300 Euro nach Spanien kostet bei Western Union allerdings rund 26 Euro.

Sperrnummern

Allgemeiner Sperr-Notruf für Karten aller Art:

+49 116 116 (aus dem Ausland kostenpflichtig)

Zur besseren Erreichbarkeit steht zusätzlich diese Nummer aus dem Ausland zur Verfügung: +49 30 40 50 40 50 (kostenpflichtig).

Mehr Informationen und einen SOS-Pass mit allen wichtigen Nummern gibt es im Internet unter www.kartensicherheit.de und bei Ihrem Anbieter.

von Caroline Benzel

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