+
VW-Boss Martin Winterkorn verdient 9,3 Millionen Euro im Jahr.

Top-Manager kassierten 2010 richtig ab

Frankfurt/Main - Der Konjunkturmotor ist 2010 wieder angesprungen. Und prompt steigen die Gehälter der Top-Manager. Spitzenverdiener Martin Winterkorn (VW) erhält fast doppelt so viel wie der Durchschnitt.  

Der Wirtschaftsaufschwung hat den deutschen Top-Managern 2010 üppige Gehaltszuwächse beschert. Während die Arbeitnehmerlöhne nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 2,7 Prozent zulegten, stiegen die Vergütungen der Vorstandsmitglieder von DAX-Konzernen um fast 22 Prozent. Das geht aus einer am Donnerstag in Frankfurt am Main vorgestellten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervor.

Durchschnittlich verdienten die Vorstandsmitglieder der DAX-Konzerne 2010 demnach rund 2,9 Millionen Euro. Das Gehalt der Konzernchefs belief sich im Mittel auf 4,5 Millionen Euro. Spitzenreiter war der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn mit 9,3 Millionen Euro. Doch auch die Vorstände kleinerer Unternehmen profitierten von der Konjunkturerholung. Die Vergütung der MDAX-Vorstände stieg der Studie zufolge um 18 Prozent auf durchschnittlich 1,55 Millionen Euro.

Die höchsten Manager-Abfindungen

Die höchsten Manager-Abfindungen

“Die Vorstandsvergütung in den DAX-Unternehmen liegt insgesamt auf einem sehr hohen Niveau“, sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker und warnte vor neuen Gehaltsrekorden. “Wir sind der Überzeugung, dass Managergehälter über zehn Millionen Euro per anno nicht angemessen sind. Sie können den sozialen Frieden gefährden.“

Gleich vier deutsche Topmanager liegen nach Angaben des DSW mit ihren Vergütungen nur noch knapp unter dieser Marke: Neben Volkswagen-Chef Winterkorn sind dies Josef Ackermann von der Deutschen Bank, Peter Löscher von Siemens und Dieter Zetsche von Daimler. Alle drei Konzernchefs verdienten laut DSW im vergangenen Jahr knapp neun Millionen Euro.

Im internationalen Vergleich im Mittelfeld

Im internationalen Vergleich belegen die deutschen Manager mit ihren Einkünften trotz der Zuwächse aber keine Spitzenpositionen. Die Vergütung liege auf einem mittleren Niveau zwischen Frankreich, wo Vorstände großer Konzerne im Durchschnitt drei Millionen Euro verdienten, und der Schweiz mit Bezügen von 5,3 Millionen Euro, sagte Hocker. Nach wie vor würden Vorstände in den USA mit durchschnittlich zwölf Millionen Euro am höchsten bezahlt. Disney-Chef Robert Iger verdiente laut DSW 2010 sogar rund 21 Millionen Euro.

Kritik übten die Aktionärsschützer an der mangelnden Transparenz einiger Vergütungssysteme. Außerdem seien die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex, die Vergütung stärker an der langfristigen Unternehmensentwicklung auszurichten, bislang weniger stark umgesetzt worden als erhofft. Nach wie vor dominierten die kurzfristigen Boni.

Zwischen den DAX-Konzernen gab es allerdings große Unterschiede in der Bezahlung der Vorstandsmitglieder. Am besten verdienten mit durchschnittlich 6,5 Millionen Euro die Vorstände der Deutschen Bank. Dagegen kassierten ihre Kollegen bei Beiersdorf und der Commerzbank im Durchschnitt weniger als eine Million Euro.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Testphase: Jetzt lässt ALDI SÜD die Kunden an Milchtüte riechen
ALDI SÜD macht sich stark gegen Lebensmittelverschwendung. Mit einem Label klärt der Discounter über das Mindesthaltbarkeitsdatum auf - Und fordert von Kunden, an der …
Testphase: Jetzt lässt ALDI SÜD die Kunden an Milchtüte riechen
Daimlers Elektro-Lastwagen soll 2021 in Serie gehen
Kleine Laster hat Daimler in der Elektrovariante schon im Angebot, nun soll die nächstgrößere Variante folgen. Die Zeit für den elektrischen 40-Tonner sieht der …
Daimlers Elektro-Lastwagen soll 2021 in Serie gehen
Neuer Konzernchef verordnet Deutscher Börse Neuanfang
Theodor Weimer will die Vergangenheit schnell abhaken: 2017 sei ein schwieriges Jahr für die Deutsche Börse gewesen - doch in der Bilanz des Jahres stecke "kein Weimer …
Neuer Konzernchef verordnet Deutscher Börse Neuanfang
Mehr Geld für 120.000 VW-Beschäftigte
Der Weg war steinig - erstmals seit Jahren Warnstreiks, dazu nächtliche, stundenlange Verhandlungen. Doch jetzt steht der Tarifvertrag für 120.000 VW-Beschäftigte, …
Mehr Geld für 120.000 VW-Beschäftigte

Kommentare