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Hans-Werner Sinn rügte die Politik der EZB.

Sinn, Feld und Fuest kritisieren

Top-Ökonomen: EZB-Beschlüsse stützen "Zombie-Banken"

Berlin - Am Donnerstag veröffentliche die EZB die neuen geldpolitischen Beschlüsse. Deutschlands führende Ökonomen kritisieren das Vorgehen teils scharf.

Die jüngsten geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank stoßen bei führenden Ökonomen in Deutschland auf massive Kritik. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, der Wirtschaftsweise Lars Feld und der Präsident des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, äußerten in der „Bild“-Zeitung (Freitag) völliges Unverständnis für die Entscheidungen der Währungshüter. „Die EZB verleiht jetzt Geld zu einem negativen Zins von bis zu 0,4 Prozent an die Banken“, sagte Sinn dem Blatt. „Das ist eine verbotene Subventionspolitik zu Stützung von Zombie-Banken und konkursgefährdeten Staaten.“

Die EZB hatte am Donnerstag überraschend den Leitzins von 0,05 Prozent auf null Prozent gesenkt. Zugleich pumpt die Notenbank noch mehr Geld in den Markt und brummt Finanzinstituten, die Geld bei ihr parken, künftig 0,4 statt 0,3 Prozent Strafzinsen auf. Außerdem gibt es neue billige Langfristkredite für Banken. Mit diesem bisher einmaligen Maßnahmenbündel will die EZB die Kreditvergabe im Euroraum ankurbeln und so Konjunktur und Inflation anschieben.

„Wir sehen, dass Länder wie Italien trotz des Zinstiefs keine Reformen durchführen und Ausgaben eher noch erhöhen“, sagte Feld der Zeitung. „Daran werden auch die neuen Maßnahmen nichts ändern.“ Fuest warnte, die Risiken der Beschlüsse seien größer als die Chance, dadurch die Konjunktur anzukurbeln. Sein Fazit: „Die EZB hat ihr Pulver verschossen.“ Sinn warf netto im Ausland verschuldeten Euro-Ländern vor, ihre Stimmenmehrheit im EZB-Rat „hemmungslos“ auszunutzen, „um sich die Zinskonditionen so zurecht zu zimmern, dass sie passen“.

dpa

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