Topmanager verdienen trotz Gewinnrekorden nicht mehr Geld

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Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Topmanager haben 2007 trotz Rekorden bei den Unternehmensgewinnen einer Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin zufolge nicht mehr Geld verdient.

Die durchschnittliche Gesamtvergütung von 29 der 30 Vorstandschefs der im wichtigsten Börsenindex DAX notierten Konzerne verharrte bei 4,86 Millionen Euro, wie eine am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichte Untersuchung von Towers Perrin ergab. Die anderen Vorstandsmitglieder verdienten mit durchschnittlich 2,71 Millionen Euro sogar ein Prozent weniger als 2006. Gleichzeitig stiegen die Gewinne der DAX-Unternehmen um 18 Prozent auf zusammen 73 Milliarden Euro.

Die Verdienste der DAX-Vorstände setzen sich aus dem Grundgehalt, einem erfolgsabhängigen Jahresbonus, einer Langfristvergütung etwa in Form von Aktienoptionen sowie Beiträgen zur Altersversorgung zusammen. Bei den 22 Konzernlenkern, die 2006 und 2007 kontinuierlich an der Spitze ihrer Unternehmen standen, erhöhte sich die Gesamtvergütung im Durchschnitt um 8,7 Prozent auf 5,25 Millionen Euro.

Dabei stieg die Grundvergütung lediglich um 3,2 Prozent. Die Barvergütung - also das Grundgehalt plus Jahresbonus - kletterte aber um 14 Prozent auf 3,5 Millionen Euro. Der Bonus trug 43 Prozent zu den Gesamtbezügen bei.

"Wir sind noch weit entfernt von amerikanischen Verhältnissen", sagte Michael Kramarsch von Towers Perrin. In Deutschland gebe es ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen den einzelnen Vergütungselementen. So mache die Langfristvergütung nur etwa ein Fünftel der Gesamtbezüge aus und damit ebenso viel wie das Grundgehalt. In den USA könnten Aktienoptionen und andere Langfristanreize in Einzelfällen bis zu 90 Prozent der Gesamtbezüge ausmachen.

Die Zuwächse der deutschen Konzernchefs seien 2007 vor allem einem Anstieg der erfolgsorientierten variablen Bezüge zu verdanken. Angesichts einer schwächeren Konjunkturentwicklung erwartet Kramarsch 2008 deshalb geringere Einkommenserhöhungen als Folge sinkender Unternehmensgewinne: "Das wird der Lackmustest", sagte der Experte von Towers Perrin.

Der Spitzenverdiener unter den DAX-Vorständen bleibt Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann, der sich 2007 über Gesamtbezüge von 14,335 Millionen Euro freuen durfte. Der Pharmakonzern Merck veröffentlicht als einziger DAX-Wert die Vorstandsvergütungen nicht individuell. Nach einer Rechnung von Towers Perrin bekommt der Vorsitzende der Geschäftsleitung etwa 8,6 Millionen Euro. Der Softwarekonzern SAP hatte bis Donnerstag noch keine Zahlen veröffentlicht.

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