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"Total-Return"-Fonds bieten Sicherheit - zu hohem Preis

- Der Mut der Anleger wächst wieder, die meisten wenden sich der Börse jedoch nur mit größter Vorsicht zu: Gefragt ist alles, was Sicherheit, minimales Risiko, aber maximalen Gewinn verheißt. Als Verkaufsrenner entpuppen sich seit einer Weile die so genannten Total-Return- und Absolute-Return-Fonds. Das sind höchst unterschiedliche Fonds-Produkte, die der sicherheitsorientierten Kundschaft vor allem eins versprechen: das eingesetzte Kapital zu erhalten, Verluste zu vermeiden. Doch das funktioniert nicht immer.

<P>"Das ist praktisch eine als neu vermarktete Art von Garantiefonds, die anspruchsvoller gestaltet ist und über den Kapitalschutz hinaus noch weitere Versprechen macht", erklärt Peter Grieble, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Immer-im-Plus-bleiben, Werte sichern, auf Dauer eine positive Rendite erwirtschaften - all das seien aber lediglich Absichtserklärungen, warnt der Verbraucherschützer vor überzogenen Erwartungen. Wer glaubt, mit Total-Return-Produkten für immer vor Verlusten gefeit zu sein, kann sich gewaltig verrechnen.<BR><BR>Garantiert bekommt der Anleger nämlich gar nichts, betont auch Karin Baur von "Finanztest": "Ein Versprechen muss nicht genau so auch eintreffen." Je nach Strategie kann ein Total-Return-Fonds auch riskant sein, denn Verluste bei fallenden Märkten können auch bei diesem Produkt niemals ausgeschlossen werden.<BR><BR>Offenbar treffen die Fondsgesellschaften mit ihrer neuen Fonds-Generation aber voll die Bedürfnisse verunsicherter Anleger. Etwa fünf Milliarden Euro sind schätzungsweise inzwischen schon in Fonds investiert, die unter den Schlagworten "Total-" oder "Absolute-Return" verkauft werden.<BR><BR>Ein einheitliches Konzept gibt es allerdings nicht. Jeder Anbieter legt die Begriffe anders aus. Unter "Total-Return" versteht man normalerweise, dass ein Fondsmanager alle möglichen Ertragsquellen - Kursgewinne, Zinsen und Dividenden - nutzt. Für manche Anbieter beinhaltet "Total" und "Absolute" Return das Gleiche, für manche gilt "Total" als abgeschwächte Form, versucht "Finanztest" zu erklären.<BR><BR>Kaum ein Kunde blickt bei solch babylonischer Sprachverwirrung noch genau durch, kritisiert Grieble. Geschweige denn bei der Angebotsvielfalt: Unter dem "modischen" Dach finden sich junge Aktien-, Garantie-, Renten-, Ziel- sowie Mischfonds, klassische Vermögensverwaltungsfonds - und manchmal auch altbekannte Fonds, die vormals unter ganz anderem Namen schon auf dem Markt waren. Wer sich schlau machen will, braucht viel Geduld und Ausdauer.<BR>Bei aller Skepsis rät Fonds-Expertin Baur nicht gleich davon ab, die Vielfalt der Angebote am Markt genauer zu durchleuchten. "Das Ganze ist nicht nur eine Modeerscheinung, da sind durchaus interessante Fonds dabei." Weil die Produkte aber noch relativ neu am Markt seien, sei es schwierig, ihre Resultate zu beurteilen.<BR><BR>Grieble dagegen hält "jeden Fonds, der mit Absicherungs-Versprechen" auf den Markt kommt, für wenig empfehlenswert. Denn Kapitalschutz koste den Anleger grundsätzlich Geld. Das Gefühl der Sicherheit müsse teuer erkauft werden.<BR><BR>Im derzeitigen Aufwärtstrend an der Börse seien Total-Return-Fonds "gar nicht geeignet", mahnt der Verbraucherschützer zur Vorsicht. "Jetzt, da es mit den Kursen wieder nach oben geht, bietet die Branche etwas mit Renditebremse an", kritisiert er. Wer an steigende Märkte glaube, solle lieber in normale Aktienfonds gehen. "Die kommen viel besser in Schwung." Für ängstliche Investoren sei der Kauf festverzinslicher Wertpapiere eine Alternative.<BR></P>

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