+
Urlauber machen gerne etwas "landestypisches". Foto: Luong Thai Linh/Archiv

Tourismus nutzt Schwellen- und Entwicklungsländern

Weiße Strände, türkisfarbenes Meer, günstige Preise - Schwellen- und Entwicklungsländer haben verlockende Reiseziele. Tourismus schafft oft auch neue Jobs. Doch was, wenn Urlauber plötzlich fortbleiben?

Berlin (dpa) - Schwellen- und Entwicklungsländer profitieren nach einer Branchenstudie erheblich von deutschen Urlaubern.

Mit Ausgaben von 13,5 Milliarden Euro ermöglichten deutsche Touristen 738 000 Menschen die Arbeit direkt im Tourismus, heißt es in der Studie, die der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft am Montag bei der Tagung "Tourismusgipfel" in Berlin vorstellen will. Die Bundesregierung müsse den Tourismus bei der Entwicklungszusammenarbeit stärker in den Fokus stellen, folgert der Branchenverband. In der Entwicklungsforschung sind die Effekte des Tourismus auf die Wirtschaft ärmerer Länder aber auch umstritten.

Der Tourismusforscher Dirk Reiser äußerte sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur skeptischer. Vor allem beim Pauschaltourismus bleibe vom Geld der Urlauber wenig in der Region. Einheimische verrichteten zudem vor allem einfache Dienstleistungen wie das Putzen, während Ausländer das Management besetzten. "Der Profit darf nicht nur in die eine Richtung gehen", mahnte der Klever Professor für nachhaltiges Tourismusmanagement.

Er warnte auch davor, dass sich Länder zu sehr vom Tourismus abhängig machen und ihre ursprünglichen Wirtschaftszweige verkümmern lassen. Länder wie Ägypten und Tunesien hätten etwa nach Terroranschlägen große wirtschaftliche Schwierigkeiten, wenn schlagartig die Urlaubsgäste fernbleiben.

Laut der Studie verbrachten 11,2 Millionen Deutsche im Jahr 2012 ihren Urlaub in Schwellen- und Entwicklungsländern wie Ägypten, Kenia, Thailand, Vietnam und Mexiko. Festgestellt worden sei, dass mit steigenden Gästeankünften auch die Wasser- und Energieversorgung besser wird und die Zahl derer steigt, die Lesen und Schreiben können. Hier seien jedoch auch Wechselwirkungen und sowie andere Ursachen möglich, schreiben die Autoren.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
In Zukunft werden die Preise für Waren und Dienstleistungen auf den nächsten 5-Cent-Betrag gerundet werden.
Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Wer hat noch nie stunden- und tagelang auf einen Telekom-Techniker gewartet? Der Konzern wird den Service jetzt deutlich verbessern - verspricht Boss Timotheus Höttges.
Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Im Italien-Urlaub müssen sich Deutsche künftig umstellen. Denn das Land wird sehr bald zwei Münzen aus dem Zahlungsverkehr nehmen.
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt
Dem US-Präsidenten fahren in seiner Heimat zu viele deutsche Autos herum - während amerikanische Konzerne in der Bundesrepublik zu wenig vertreten seien. Eine …
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt

Kommentare