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Die Probleme bei Toyota weiten sich aus.

Toyota ruft weitere 1,1 Millionen Autos zurück

Tokio - Die Qualitätsprobleme von Toyota wegen klemmender Gaspedale weiten sich zu einem weltweiten Desaster aus. Nach mehreren Millionen Autos in den USA ist nun auch Europa betroffen.

Das teilte Toyota am Donnerstag in der Europa-Zentrale in Brüssel mit. In Deutschland sei das Gas-Problem bisher nicht gemeldet worden, erklärte ein Sprecher von Toyota-Deutschland. Verunsicherte Kunden könnten ihren Händler aufsuchen, sagte er. Der japanische Autobauer hatte in den USA mehrere Millionen Autos wegen Problemen mit dem Gaspedal und den Fußmatten in die Werkstätten zurückzurufen. Außerdem wird die US-Produktion am Montag gestoppt. Zuletzt hatte sich die Pannenserie schon am frühen Donnerstag ausgeweitet: Der japanische Autobauer kündigte an, in den USA weitere knapp 1,1 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit den Fußmatten in die Werkstätten zurückzurufen. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Gaspedale in den Matten verklemmten, erklärte ein Toyota-Sprecher in Tokio. Betroffen sind fünf Modelle aus Baujahren zwischen 2008 und 2010, darunter der Geländewagen Highlander, der kompakte Corolla der Crossover Venza und der kleine Matrix.

Dritter Rückruf in wenigen Tagen

Einen Tag vorher hatte Toyota wegen anderer Probleme mit dem Gaspedal den Verkauf von acht Modellen gestoppt. Am 1. Februar wird außerdem die Produktion in sechs US-Werken angehalten. Und schon vergangene Woche wurden 2,3 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit dem Gaspedal in die Werkstätten gerufen. Ursache ist möglicherweise Rostgefahr an einer Rückholfeder am elektronischen Gaspedal. Die schadhaften Gaspedale können laut Firmenmitteilung festklemmen und den Wagen ungewollt am Gas lassen. Der Konzern erklärte, ihm seien keine Unfälle deswegen bekannt, wollte das aber nicht ausschließen. Ein Sprecher von Toyota-Deutschland erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur DAPD, in Deutschland sei das Problem bisher nicht aufgetreten. Autos aus US-Werken des Konzerns würden nicht nach Deutschland geliefert.

Erfolgsmodell Camry auch betroffen

Betroffen vom Rückruf sind einige der beliebtesten US-Modelle jüngeren Baujahrs von Toyota: der Mittelklassewagen Camry, der 2009 wieder meistverkauftes Auto auf dem US-Markt war, der Geländewagen RAV4, der Kompaktwagen Corolla, der Luxus-Geländewagen Highlander oder der gigantische Pick Up-Truck Tundra. Nicht betroffen ist der Hybridwagen Prius. Das fehlerhafte Teil stammt von einem Zulieferer, wie Toyota mitteilte.

Image der hochwertigen Qualität beschädigt

Toyota-Autos galten jahrelang als besonders hochwertig und sicher vor Pannen. Doch eine aggressive Wachstumsstrategie eines inzwischen abgelösten Managements erhöhte die Fehlerquote. Toyota hatte für das laufende Jahr eine Absatzsteigerung von 6 Prozent auf 8,27 Millionen Stück angepeilt. Unklar blieb, ob diese Zahlen nach den Rückrufen und dem Produktionsstopp noch gelten. In Deutschland hatte Toyota im Jahr 2009 rund 140.000 Autos abgesetzt und damit rund 40 Prozent zugelegt.

dapd

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