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Die französische Traditionszeitung "Le Monde" ist vorerst gerettet.

Traditionsblatt "Le Monde" vorerst gerettet

Paris - Die traditionsreiche französische Tageszeitung “Le Monde“ ist vorerst gerettet. Neuer Investor ist Kulturmäzen Pierre Bergé. Die Journalisten verlieren damit die Kontrolle über das Blatt.

Das in schwere Finanznot geratene Blatt soll künftig von Investoren rund um den linken Kulturmäzen Pierre Bergé (79) kontrolliert werden. Der Aufsichtsrat der Gruppe “Le Monde“ nahm am Montag ein entsprechendes Übernahmeangebot mit der knappen Mehrheit von 11 von 20 Stimmen an. Das Trio mit Bergé wird voraussichtlich zwischen 80 und 120 Millionen Euro aufbringen müssen. Für die Journalisten der Abendzeitung bedeutet der Einstieg der Investoren eine historische Zäsur. Sie übten über die Redakteursgesellschaft SRM und ihre Partner bislang die Macht im Unternehmen aus.

Mit dem Einstieg von Bergé und seinen Partnern wird der Kapitalanteil der Journalisten nun verwässert. Die Redaktion verliert erstmals die Kontrolle über die Zeitung. Bergé, der gemeinsam mit dem Bankier Matthieu Pigasse und dem Gründer des Internetanbieters Free, Xavier Niel, antritt, will den Redakteuren allerdings ihre Freiheiten garantieren. Sogar eine Sperrminorität soll es geben. Dies könne der Sockel für die Unabhängigkeit sein, sagte zuletzt Monde-Direktor Eric Fottorino.

Für Schlagzeilen hatte der Bieterwettkampf wegen der Einmischung von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gesorgt. Er favorisierte als Geldgeber eine Investorengruppe um den Eigner des Nachrichtenmagazins “Le Nouvel Observateur“, Claude Perdriel und den teilstaatlichen Telefonkonzern Orange (France Télécom). Diese warf allerdings das Handtuch, nachdem sie bei der vorentscheidenden Abstimmung der Gesellschaft der “Monde“-Journalisten klar verloren hatte. Diese sprachen sich am Freitag mit mehr als 90 Prozent für Bergé und Partner aus. Bei den Angestellten waren sogar 100 Prozent für den langjährigen Lebensgefährten des 2008 gestorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent und Förderer der Sozialistin Ségolène Royal. Verantwortlich für die finanzielle Schieflage des 1944 gegründeten Blattes ist unter anderem die jüngste Flaute auf dem Werbemarkt. Im vergangenen Jahr musste die Gruppe sich 25 Millionen Euro leihen. Bereits 2005 hatte sie sich knapp 70 Millionen Euro gepumpt, die teilweise bereits dieses Jahr zurückgezahlt werden müssen. Neben der Tageszeitung gibt der “Monde“-Verlag auch Magazine wie “La Vie“, “Télérama“ oder “Courrier international“ heraus. Von der “Le Monde“ selbst werden im Schnitt 400 000 Exemplare pro Tag gedruckt.

dpa

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