Tragbare Computer: Meist reicht ein Billigmodell aus

- Ein Blick auf Preisvergleichsseiten im Internet zeigt es: Ein neues Notebook gibt es schon für weniger als 800 Euro. Doch was bekommt der Kunde für den Preis? Einen Hightech-PC für den Überalleinsatz oder eine lahme Krücke, die immerhin leicht genug ist, um schnell entsorgt zu werden?

"Notebooks im Einsteigerbereich für 600 bis 800 Euro können als bessere Schreibmaschine oder zum Surfen im Internet genutzt werden, nicht aber für den täglichen mobilen Einsatz", urteilt Thomas Rau von der in München erscheinenden Zeitschrift "PC-Welt". Der Hauptgrund sei das hohe Gewicht von rund drei Kilogramm, das nicht zum ständigen Rumtragen einlädt. Unterschiede in der Verarbeitung der Geräte ließen sich dagegen nicht an der Preisklasse festmachen.

Normalanwender können an Rechenleistung sparen

Werden den tragbaren Rechnern für den kleinen Geldbeutel keine Extremaufgaben zugemutet, dürften viele Käufer mit ihnen glücklich werden: "Normalanwender können - zumindest was die Rechenleistung angeht - bedenkenlos zu einem einfach ausgestatteten Notebook greifen", sagt Michael Wolf von der Stiftung Warentest in Berlin. "Die Rechenleistung der teuren Notebooks braucht nur, wer sehr schnelle 3D-Spiele spielt oder Spezialanwendungen wie professionelle Video- und Bildbearbeitung sowie Hard-Disc-Recording machen will."

Unterschiede zwischen billigen und teuren Laptops bestehen vor allem beim Prozessor, dem Hauptspeicher sowie der Festplattengröße, erklärt Alexander Brand, Produktmanager beim Hersteller Hewlett-Packard (HP) in Böblingen. Und auch bei der Software trennt sich die Spreu vom Weizen: Als Betriebssystem kommt bei günstigen Geräten teilweise Microsoft Windows XP Home zum Einsatz, in den höheren Preisklassen ist XP Professional Standard.

Weniger als 512 Megabyte (MB) Arbeitsspeicher (RAM) sollte nach Ansicht von Warentester Michael Wolf aber kein neues Notebook haben. Sollen Videos bearbeitet werden, sei das Doppelte nicht verkehrt. Für die Festplatte legt Thomas Rau ein unteres Fassungsvermögen von 40 Gigabyte (GB) fest.

Eine schnelle Grafikkarte - unerlässlich für 3D-Actionspiele - ist nur in deutlich teureren Notebooks zu finden. "Die günstigen haben meist nur einfache Grafiklösungen, die jedoch für die gängigen Büro- und Multimedia-Anwendungen völlig ausreichen", erklärt Michael Wolf.

Ins Geld gehen auch die Größe und Qualität des Bildschirms. 15 Zoll ist bei Einsteigergeräten die Regel. Abstriche müssen in der 800-Euro-Klasse jedoch bei der "Computer-gestützten Feldarbeit" gemacht werden: Im Sommer unter freiem Himmel muss ein Display sehr hell und hochwertig sein, damit das Bild kontrastreich dargestellt werden kann, so Michael Wolf von der Stiftung Warentest.

Je leichter der Laptop, desto teurer ist er

Wer das Notebook häufig mobil einsetzen will, sollte über die Anschaffung eines leichten Subnotebooks mit 12-Zoll-Bildschirm nachdenken, rät Wolf. "Entsprechende Subnotebooks oder Notebooks mit einem besonders geringen Gewicht sind jedoch eher in den oberen Preisklassen zu finden", sagt Alexander Brand von HP.

Ein Nachteil von Billig-Laptops ist ohne Zweifel die geringe Leistung des Akkus. Bei dem Packard Bell, den der Discounter Plus derzeit für 699 Euro im Angebot hat, ist das augenfällig. "Der Akku lädt lange und hält kurz", schreibt die Stiftung Warentest in einem Testbericht. Weitere Nachteile sind der reflektierende Bildschirm und der Mangel an Zubehör und Software. Fazit: Für E-Mails und einfache Spiele reicht es. Das Issam-Smartbook i-1000C gibt es ohne Betriebssystem schon für 500 Euro (mit Betriebssystem etwa 620 Euro). Laut Computermagazin PC-Welt empfiehlt er sich aber nur als Zweitgerät zum Schreiben und Surfen.

Anders dagegen der FSC Amilo-A 1650G. Die CHIP-Redaktion empfiehlt den Laptop, der etwa 780 Euro kostet: Die Leistung reicht für alle gängigen Anwendungen, Windows XP und Works sind dabei, und der Akku hält zweieinhalb Stunden.

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