Das Kleine für zwischendurch

Tragbare Computer im Vergleich

München - Nie waren tragbare Computer günstiger. Die Preise haben sich in den vergangenen vier Jahren mehr als halbiert. Die Qualität hat darunter scheinbar nicht gelitten.

Ein Vergleich von Stiftung Warentest zeigt: Vor allem die noch kleineren Netbooks überraschen positiv.

Während der Zugfahrt, beim Kaffeetrinken, in der Konferenz oder im Liegestuhl – überall surren tragbare Computer. Die aufklappbaren Geräte breiten sich unaufhaltsam aus, auch weil der Preis immer günstiger wird. Laut Statistischem Bundesamt verbilligten sich Notebooks von 2005 bis Juni 2009 um knapp 61 Prozent. Das zeigt sich auch im aktuellen Test der Stiftung Warentest („test“ November-Ausgabe), wo die ganz Kleinen ganz groß abschnitten.

Apple, teuer aber gut

Geprüft wurden drei Varianten tragbarer Computer: Netbooks (ab 300 Euro), Notebooks der Standardgröße mit rund 40 Zentimeter Bildschirmdiagonale (700 bis 800 Euro) und große Notebooks mit 44 bis 47 Zentimeter Diagonale (um die 1000 Euro). Mehr zahlen muss, wer das geprüfte 15,4-Zoll-MacBook Pro von Apple sein Eigen nennen will: Es ist mit 1640 Euro im Vergleich zu jedem anderen getesteten Notebook ähnlicher Größe mehr als doppelt so teuer. „Dabei spielen Apple-Rechner nicht nur beim Preis in einer anderen Liga“, schreiben die Tester. Sie laufen auch mit einem eigenen Betriebssystem.

Besseres Display

Das Testergebnis aber dürfte Apple-Fans freuen: „Das getestete MacBook Pro erhält die beste Gesamtnote. Es besticht durch ,gute‘ Rechenleistung und Handhabung, lange Akkulaufzeit, geringen Stromverbrauch, ist leicht und leise.“ Außerdem habe es das beste Display. Für das getestete matte Display muss allerdings ein Aufpreis von 45 Euro gezahlt werden, der sich aber lohne, meint Stiftung Warentest. Auf spiegelnden Displays sieht man bei ungünstigem Lichteinfall statt Text und Bild vor allem sich selbst. Im Vergleich zu früheren Tests, fällt auf, dass die Anbieter verstärkt auf Bildschirme im 16:9-Breitbildformat setzen. „So lassen sich Filme ohne störenden schwarzen Balken sehen“, loben die Tester. Einzig das MacBook Pro nutzt das alte 16:10-Format.

„Gute“ Netbooks

Eine Überraschung boten jedoch weniger die Displays als vielmehr das Gesamtergebnis. Erstmals schneiden Vertreter der besonders kleinen Gattung der tragbaren Computer – die Netbooks – „gut“ ab. Gleich drei Modelle schafften diese Bewertung (siehe Tabelle): das Toshiba NB200–110 (400 Euro), das Acer Aspire One D250 (330 Euro) und das Samsung N130-anyNet N270 BN (320 Euro). Sie sind allesamt praktisch, weil handlich und wiegen mit Netzteil zwischen 1,4 und 1,8 Kilo. Bei den Notebooks schafft es keines unter 2,5 Kilo. Nur rund fünf Euro Stromkosten pro Jahr verursachen die Netbooks im Test – der Gesamtstromverbrauch ist bei allen Geräten „sehr gut“. „Im Betrieb schlucken sie nur ein Zehntel von dem, was ein stationärer PC mit 19-Zoll-Monitor aus der Leitung zieht“, rechnet Stiftung Warentest vor. Bei den Notebooks zeigte sich das Apple McBook Pro am sparsamsten. Während der HP Pavilion (715 Euro, „befriedigend“) bei einem 4-Stunden-Tag auf das gleiche Stromlevel wie ein Kühlschrank ohne Eisfach kommt.

Kleine kein Ersatz

„Ein gutes Notebook können die Netbooks aber nicht ersetzen“, betonen die Tester. „Für Spiele und Bildbearbeitung eignen sich die Kleinen einfach nicht.“ Darüber hinaus haben diese Geräte kein Laufwerk für CDs und DVDs, weniger Anschlüsse und sind kaum mit Software ausgestattet. Um zu emailen, zu surfen, Fotos anzusehen und Texte zu tippen genügen sie. „Zumindest den Nutzern, die mit kleinem Display und kleiner Tastatur klarkommen“, heißt es weiter.

Schwere Riesen

Wer es eher groß mag, sollte nicht zu viel Rechenleistung erwarten. Notebooks mit mehr als 43 Zentimeter Bildschirmdiagonale unter–scheiden sich kaum von denen der Standardgröße. Prozessor und Grafikkarte sind teils gleich, mehr Arbeits- und Festplattenspeicher gibt es auch nicht. Nur der große Samsung R720-Aura P8700 Stievo (1010 Euro) ist „sehr gut“ für 3D-Spiele geeignet. Er ist der beste der Großen und kann es mit 2,9 Kilogramm sogar im Gewicht mit der Standardklasse aufnehmen. Die Riesen von Acer und Asus werden mit 4,2 Kilogramm schnell schwer unterm Arm.

Fazit

Notebooks der Standardgröße bleiben daher für viele der beste Kompromiss. Sie sind besser zu transportieren als die Großen und bieten mehr Rechenleistung und größere Displays als die Kleinen. Preislich liegen sie nah beieinander. Am besten schneiden der Dell Studio 15 (795 Euro) und der Samsung R522-Aura T6400 Edira (710 Euro) ab.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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