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Fair gehandelte Produkte werden auch in normalen Supermärkten immer häufiger angeboten.

Fair gehandelte Produkte erobern Supermärkte

Nürnberg - Anfangs waren die Produkte nur in Dritte-Welt-Läden zu bekommen. Inzwischen gibt es keine Supermarktkette mehr, die nicht zumindest einige Produkte im Regal hat.

Fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Bananen oder Schnittblumen erobern immer mehr deutsche Supermärkte. Mit dem Lebensmittel-Discounter Aldi habe im vergangenen Jahr die letzte deutsche Supermarktkette Produkte mit dem Fairtrade-Siegel in die Regale genommen, informierte der Geschäftsführer des Transfair-Vereins, Dieter Overath, am Donnerstag auf der Öko-Messe Biofach in Nürnberg. Fair gehandelte Produkte gebe es nun bundesweit in 18 000 Läden. Der Verein garantiert Produzenten höhere Mindestpreise und ihren Beschäftigten bestimmte Sozialstandards.

Overath räumte allerdings ein, dass einzelne Lebensmittelketten nur vereinzelte Produkte aus dem umfassenden Fair-Trade-Sortiment im Angebot haben. So biete etwa der Discounter Lidl lediglich 20 Produkte mit dem Fairtrade-Siegel an. Als erfreulich wertete der Vereins-Chef, dass immer mehr Lebensmittelhersteller, etwa Molkereien, auf fair gehandelte Zutaten wie Zimt, Schokolade oder Zucker zurückgriffen.

Dank der zunehmenden Nachfrage nach fair gehandelten Produkten mache inzwischen Fairtrade-Kaffee in Deutschland gemessen am Umsatz einen Marktanteil von 2 Prozent aus, der von Bananen von 3 Prozent. Nehme man allein den Markt für Bio-Bananen, so werde in Deutschland inzwischen sogar jeder dritte Euro für eine Banane aus Plantagen mit hohen Sozialstandards ausgegeben. Noch höher sei der Marktanteil bei fair gehandelten Schnittblumen.

2012 kletterte der Umsatz mit fair gehandelten Produkten nach Overaths Angaben um rund 30 Prozent auf rund 500 Millionen Euro. Die genauen Zahlen will der Verein erst im April veröffentlichen. Der im Vorjahr gestiegene Absatz habe allerdings den Anteil der ökologisch produzierten Erzeugnisse etwa verwässert, räumte Overath sein. Habe 2011 noch fast drei Viertel aller fair gehandelten Produkte aus dem Ökoanbau gestammt, so seien es 2012 nur noch rund die Hälfte gewesen, sagte Overath. „Öko ist für uns aber weiterhin von hoher Relevanz“, unterstrich er.

dpa

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