Transnet hält schnelle Bahn-Tarifeinigung für möglich

Berlin - Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn kann es nach Einschätzung von Transnet-Chef Norbert Hansen bereits an diesem Sonntag einen Durchbruch geben. Er und Konzernchef Hartmut Mehdorn würden an der fünften Verhandlungsrunde, die am späten Nachmittag (17.00 Uhr) in Berlin beginnt, teilnehmen.

Das sagte Hansen dem "Tagesspiegel am Sonntag". Auch die Tarifkommission werde zusammenkommen. "Das Angebot der Bahn ist so, dass wir Chancen sehen, zu einem Ergebnis zu kommen." Deshalb verzichte Transnet zusammen mit der Gewerkschaft GDBA auch auf weitere Warnstreiks im Gegensatz zur Lokführergewerkschaft GDL, die einen eigenen Tarifvertrag anstrebt.

Allerdings müsse der Konzern noch deutlich nachlegen, sagte Hansen. "Das, was bisher geboten wird, gleicht weder die Reallohnverluste der vergangenen Jahre noch die Vorleistungen der Beschäftigten für die Sanierung der Bahn aus." Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, dass die GDL einen neuen Gesprächstermin annimmt, aber trotzdem Warnstreiks ankündige, sagte Hansen. Er sei dafür, dass die GDL zusammen mit Transnet und GDBA verhandele. Eine Spaltung der Belegschaft in unterschiedliche Tarifverträge sei "schlecht und fatal für alle Beschäftigtengruppen", kritisierte der Gewerkschaftschef. GDL und Bahn sprechen am kommenden Freitag miteinander. Die Gewerkschaft verlagt für die rund 32 000 Lokführer, Zugebegleiter und Mitarbeiter der Speisewagen bis zu 31 Prozent höhere Bezüge.

Der Konzern hatte für alle 134 000 tariflich Beschäftigten der Bahn am Donnerstag ein höheres Angebot vorgelegt. Danach sollen die Einkommen im Januar 2008 um 3,4 Prozent angehoben werden bei einer Vertragslaufzeit bis Juni 2009. Außerdem schlug die Bahn eine Einmalzahlung von 450 Euro pro Mitarbeiter für die Monate Juli bis Dezember 2007 vor. Die Gewerkschaften fordern 7,0 Prozent mehr Geld für zwölf Monate, mindestens jedoch ein Plus von 150 Euro pro Monat.

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