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Bergab geht es in der Transport-Branche. Weil Aufträge ausbleiben, stehen immer mehr Lkw still und müssen immer mehr Betriebe schließen. Verbände sprechen von der schlimmsten Krise seit der Nachkriegszeit.

Transport-Branche: Talfahrt nimmt erst richtig Tempo auf

München - In der Transportbranche wird die Luft immer dünner. Zehntausende Brummis bleiben auf der Strecke. Die Wirtschaftsflaute fordert ihren Tribut. Dabei ist dieses Jahr erst ein Vorgeschmack, warnen Verbände.

Während Konjunkturexperten und Forschungsinstitute von einem Ende der Wirtschaftskrise und einem baldigen Aufschwung sprechen, sieht es in der Transportbranche zappenduster aus. Hoffnungsfrohe Morgendämmerung? Fehlanzeige. „Ein Ende der Talfahrt, von dem die Politiker sprechen, haben wir noch überhaupt nicht gesehen“, sagt Sebastian Lechner, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) in München.

Das Problem des Transportgewerbes: Je weniger Güter produziert, gekauft und verkauft werden, desto weniger gibt es für Lkw, ihre Fahrer und deren Firmen zu tun. Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) spricht von der schlimmsten Krise seit der Nachkriegszeit. Über 60 000 mautpflichtige Lkw sind in diesem Jahr bereits abgemeldet, berichtet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) – das entspricht rund 17 Prozent des Bestandes zu Jahresbeginn. Gleichzeitig gingen die Neuzulassungen von Sattelzugmaschinen in den ersten acht Monaten 2009 um knapp 48 Prozent zurück. „Spitzenmonat“ war der August mit minus 69 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Bereits im Januar warnte LBT-Chef Lechner vor einem Massensterben der Brummis (wir berichteten) – und sieht sich nun bestätigt. „Leider“, wie er betont.

Allein aus seinem Verband mussten bislang 40 Mitgliedsbetriebe aufgeben. An den bundesweiten Zahlen trägt Bayern einen Anteil von rund 15 Prozent, weiß Lechner. Demnach wurden im Freistaat heuer etwa 9000 mautpflichtige Lkw abgemeldet. Das Bundesamt für Güterverkehr spricht von 30 000 zusätzlich arbeitslosen Fahrern von Oktober 2008 bis Juni – das bedeutet ein Plus von rund 4500 arbeitslosen Brummi-Fahrern in Bayern.

„Aber das alles ist nur ein Vorgeschmack“, meint Lechner. Für das kommende Jahr fürchtet er noch drastischere Auswüchse. Denn die einzigen beiden Bereiche, wo es noch Aufträge in größerer Zahl für die Transporteure gibt, könnten 2010 wegbrechen. Zum einen der Automotiv-Bereich, dessen Talfahrt von der Abwrackprämie gebremst wurde. „Fällt die Prämie weg, wird das Loch umso größer.“ Zum anderen der „noch stark laufende“ Konsumgüter-Bereich. Kommt es mit dem Ende der Kurzarbeit zu einer Entlassungswelle, werden die Bürger weniger Geld für Fernseher & Co. ausgeben. Und damit werde es auch beim Transport von Konsumgütern einen Rückgang geben. Einziger Hoffnungsschimmer sei der Export, der sich bis dahin wieder stabilisieren könnte.

Dennoch wird die Branche in Zukunft nicht mehr dieselbe sein. „Wir durchleben einen Konzentrationsprozess“, sagt der LBT-Chef. Kleine und mittlere Betriebe treffe die Krise härter – hier werde sich die Stilllegungswelle fortsetzen.

Die Erhöhung der Lkw-Maut im Januar 2009 zwischen 40 und 90 Prozent bezeichnet der Bundesverband weiterhin als „Existenz- und Arbeitsplatzvernichtungsprogramm“ und fordert eine Rücknahme.

Stefanie Backs

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