Transrapid: EU erwägt neue Millionen-Spritze

- Brüssel - Die Europäische Union will den Münchner Transrapid mit weiteren Millionen unterstützen. Es sei "ganz klar", dass die Magnetschwebebahn zu den wichtigsten EU-Verkehrsprojekten zähle, sagten Spitzenbeamte der Kommission bei einem Transrapid-Gipfel in Brüssel.

Bisher fördert die EU die Planung mit 7,5 Millionen Euro. Man könne auch den Bau unterstützen, sagten Beamte der Generaldirektion Transport unserer Zeitung: "Das Projekt ist wichtig. Es gibt keinen Grund, da nicht mitzuzahlen." Den Antrag müsse der Bund stellen. Die Höhe der Förderung ist aber ungewiss und in Brüssel politisch umstritten. Die Grünen argumentieren, selbst für weit bedeutsamere Strecken sei nicht genug Geld da.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber warben vor Ort für eine Mitfinanzierung. Huber kalkuliert die Strecke zum Flughafen mit 1,85 Milliarden Euro. Die Bahn als designierter Betreiber soll bis zu 250 Millionen aufbringen. Bayern wird seine Zusage über bisher rund 200 Millionen Euro wohl aufstocken müssen. Den größten Betrag soll der Bund zahlen.

Die Gespräche darüber führten bisher nicht weiter. Huber verlangt von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mehr Einsatz. "Entweder er engagiert sich massiv mehr - oder er gibt die Zuständigkeit ans Bundeswirtschaftsministerium ab", forderte Huber - das ist CSU-geführt. Von der Stadt München fordert er ein Ende des Widerstands: "Jeder Dorfbürgermeister wäre für so ein Geschenk dankbar."

Mehdorn rechnet mit dem Start des Probebetriebs nicht vor 2011. Der Fahrpreis dürfte bei über 15 Euro liegen.

Sein Vorschlag: Der Fahrschein soll von den Fluglinien gleich in den Ticketpreis integriert werden. Eine Express-S-Bahn hält er für nicht machbar und ungeeignet, um Verkehr von der Straße zu holen: "Wer eine lange Strecke geflogen ist, steigt nicht in die S-Bahn. Der springt ins Taxi." Einen Notausgang hält er sich dennoch offen. Ist die Wirtschaftlichkeitsrechnung (wird Ende 2006 vorgelegt) negativ, kippt Mehdorn das Projekt: "Die Bahn beginnt nichts, was sich nicht rechnet."

Unterdessen hoffen das deutsche Transrapid-Konsortium aus Siemens und Thyssen und der Baukonzern Max Bögl auf neue Aufträge in China - trotz der Debatte um Technologie-Klau, berichteten Manager in Brüssel. Chinesische Spitzenmanager sind diese Woche zu Gesprächen über neue Strecken nach Deutschland gekommen.

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