Transrapid: Der schnelle Schweber rückt näher

München - Im Ringen um die Finanzierung des Münchner Transrapid-Projekts hat sich die Industrie nach Angaben von Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber zur Vereinbarung eines Festpreises bereit erklärt. Damit soll eine Kostenexplosion des bislang auf 1,85 Milliarden Euro geschätzten Projekts vermieden werden.

Die Wirtschaft sehe angesichts der zu erwartenden Steigerungen bei Bau- und Materialkosten außerdem Einsparmöglichkeiten und suche nach baulichen Alternativen, sagte Huber nach Gesprächen mit dem Transrapid-Konsortium. "Wir sind auf der Zielgeraden."

Jetzt wollen sich Experten der Bahn und des Transrapidkonsortiums zusammensetzen, um alle Positionen des Magnetschwebebahn-Projektes einzeln durchzugehen. Bislang seien die Vorgaben der Bahn extrem, hieß es aus Kreisen des Konsortiums. Zum Beispiel soll jede Transrapidtüre 100 Jahre lang halten. Es gebe viel Potenzial, das Mega-Projekt abzuspecken. Auf diese Weise könnte die zu erwartende Verteuerung des Transrapid-Baus durch die normale Inflation sogar überkompensiert werden. Die bisherige Kostenschätzung von 1,85 Milliarden Euro für die 37 Kilometer lange Magnetschwebebahn-Trasse stammt aus dem Jahr 2004.

Wie Minister Erwin Huber sagte, sei die Industrie nach diesen Gesprächen bereit, noch vor Baubeginn einen Festpreis zu nennen. Dies halte er für einen "Riesensprung", sagte Huber. Ein großer Teil der "behaupteten Risiken" werde damit abgedeckt.

Nach weiteren Gesprächen zwischen Bahn und den Industrie-Unternehmen werde der scheidende Ministerpräsident Edmund Stoiber binnen der nächsten drei Wochen Bahn und Wirtschaft zu einem abschließenden Spitzengespräch einladen, bei dem eine Lösung für die noch bestehende Finanzlücke von 165 Millionen Euro erzielt werden solle, sagte Huber. Er hofft unter anderem, dass die Bahn ihren bislang eingeplanten Anteil von 185 Millionen Euro aufstockt. Der Bund will als Obergrenze 925 Millionen Euro zuschießen, Bayern 475 Millionen. Eine höhere Beteiligung des Freistaats an den Transrapid-Kosten hatte Huber abgelehnt.

Huber hatte mit dem Konsortialführer Hochtief sowie mit Vertretern von ThyssenKrupp, Siemens, Bilfinger Berger und Max Bögl Gespräche geführt.

Der bayerische SPD-Fraktionsvize Thomas Beyer sprach von einer erneuten Verhandlungspleite. Huber täusche die Öffentlichkeit. Er stelle das Gespräch als Erfolg dar, während die Industrie das bisherige Finanzkonzept als "pure Illusion" entzaubere. Nach Angaben Beyers hat das Konsortium erklärt, die bisher genannten Gesamtkosten von 1,85 Milliarden Euro nicht als Kalkulationsgrundlage zu akzeptieren. Eine Festpreiszusage komme für die Industrie erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens in Frage. 

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