Transrapid: Strecke in der Schwebe

- Berlin/Peking - Beim Transrapid-Konsortium in Berlin fuhr zunächst manchem der Schreck in die Glieder. Über den Bau einer zweiten Strecke der deutschen Magnetschwebebahn in China sei noch nicht entschieden, hieß es da am Donnerstag aus Peking. So gab Außenminister Franz-Walter Steinmeier eine Äußerung des chinesischen Präsidenten Hu Jintao wieder. Hatte jemand in der chinesischen Führung einen Rückzieher gemacht? Gibt es nun eine Entscheidung über den Bau der 160-Kilometer-Verbindung von Schanghai nach Hangzhou oder nicht?

Tatsächlich habe sich am Sachverhalt seit Mittwoch nichts verändert, versicherten das Bundesverkehrsministerium und das Transrapid-Konsortium aus Siemens und Thyssen-Krupp unisono in Berlin. Der chinesische Staatsrat habe den Projektantrag für die neue Strecke genehmigt - nicht mehr und nicht weniger. Diese Zulassung war am Vortag als das lang ersehnte grüne Licht für die erste lange Transrapid-Strecke interpretiert worden.

Es sei aber nur ein "wichtiger Zwischenschritt", erläuterte nun ein Transrapid-Sprecher, keine endgültige Entscheidung darüber, ob die Verlängerung der 30 Kilometer langen Strecke zwischen dem Flughafen Pudong und Schanghai Wirklichkeit wird. Was nun folgt, ist eine technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie.

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erwartet, dass "die Kerntechnologie auch in Zukunft aus Deutschland kommen wird". Darin schwingt die Sorge mit, die Chinesen könnten das Projekt in Eigenregie und mit eigener Technologie realisieren. Denn seit einer Woche ist bekannt, dass China eine eigene Magnetschwebebahn entwickelt, angeblich ohne Verwendung deutschen Know-hows. Schon deshalb wird derzeit jede chinesische Äußerung zur Magnetbahn besonders genau beachtet.

Zu Irritationen hatte möglicherweise geführt, dass Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao im Gespräch Steinmeier am Mittwoch kein Wort über eine Genehmigung verloren hatte, obwohl er der Vorsitzende des Staatsrates ist. Dieser bewerte das Transrapid-Vorhaben "sehr positiv", wie Wen Jiabao nur sagte. Auch Außenminister Li Zhaoxing hatte nur seine Hoffnung geäußert, dass der Transrapid "auf gutem Wege" sei.

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