Transrapid-Planung im Schwebezustand

- München - Der Münchner Transrapid schwebt durch unsichere Zeiten. Wenige Tage vor dem geplanten Beginn des Planfeststellungsverfahrens sind wichtige Fragen offen - vor allem, wer wann und mit wessen Geld das Verfahren startet, das Baurecht für die innovative Magnetschwebebahn bringen soll. Neue Verzögerungen drohen.

Der schon mehrfach gedehnte und noch immer eng kalkulierte Zeitplan besagt, das Verfahren starte im September. "Wir sind kurz vor der Fertigstellung der Unterlagen", sagt ein Sprecher der zuständigen Vorbereitungsgesellschaft. Aus Kreisen der Politik heißt es jedoch, dass der pünktliche Start wackelt. Das Plan-Verfahren kostet bis zu 40 Millionen Euro - dabei ist die Bau-Finanzierung des Milliardenprojekts offen.

Wer die Unterlagen einreicht, riskiert also, auf Planungskosten sitzen zu bleiben. Das will die bundeseigene Bahn ebenso wie der Freistaat vermeiden. Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu erklärte auch deshalb jüngst umfangreich schriftlich, warum aus seiner Sicht der Bund der Aufgabenträger sei.
Sollte das 18-monatige Plan-Verfahren erst nächstes Jahr starten, verschiebt sich der Baubeginn wohl auf 2007.

Mit einer schriftlichen Landtagsanfrage legt der SPD-Abgeordnete Ludwig Wörner den Finger in die Wunde. Er will von Wiesheu wissen, welche Firmen denn nun bereitstünden, um die von der SPD auf mindestens 600 Millionen Euro geschätzte Finanzierungslücke des Transrapids zu stopfen.

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