Traum vom Eigenheim lässt sich jetzt noch günstig verwirklichen

- Der Traum von der eigenen Immobilie: Selten war er so günstig zu verwirklichen wie heute. Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sind in den vergangenen Jahren rapide gesunken, und die Hypothekenzinsen haben ein Rekordtief erreicht. Viele Experten sind deswegen überzeugt, dass derzeit ein guter Kaufzeitpunkt ist.

<P>Das günstige Preisniveau geht mit einem enormen Wertverlust bei Wohnimmobilien in den vergangenen zehn Jahren einher. Besonders betroffen waren nach einer Analyse des Bad Homburger Marktforschungsinstituts Feri Ostdeutschland und strukturschwache Regionen im Westen. So sanken die Preise für Eigentumswohnungen zwischen 1994 und 2004 um bis zu acht Prozent. Bei den Einfamilienhäusern wurden jährliche Preisrückgänge von bis zu 4,8 Prozent verzeichnet.</P><P>Mit dem Abwärtstrend könnte es aber schon bald vorbei sein. "Wir erwarten, dass Preise und Zinsen wieder steigen", sagt Thorsten Schilling von Feri. Und auch der Immobilienverband Deutschland (IVD) ist von einem Ende des Preisverfalls überzeugt: "Wohnimmobilien sind aktuell deutlich unterbewertet, aber die Talsohle ist erreicht", meint Sprecher Jürgen Michael Schick. Es gebe zwar eine Kaufzurückhaltung, doch die werde schwinden, sobald sich die allgemeine Wirtschaftslage wieder aufhelle. Denn die Zahl der Haushalte nehme weiter zu, und zudem seien fast 80 Prozent der Deutschen überzeugt, dass eine Immobile die beste Altersvorsorge ist.</P><P>Derzeit wohnt bereits über die Hälfte der Bundesbürger in den eigenen vier Wänden, und der Bedarf scheint längst nicht gedeckt. Nach einer Studie des Empirica-Instituts für die Landesbausparkasse gibt es aktuell rund 1,3 Millionen Haushalte, die grundsätzlich kaufen wollen und schon jetzt eine Wohnung oder ein Haus finanzieren könnten.</P><P>Notar und Grundbuch: An Nebenkosten denken</P><P>Wer Immobilien als Wertanlage kauft, der sollte auf den richtigen Standort achten (siehe Kasten). "Viele Regionen im Osten werden nie wieder auf einen grünen Zweig kommen, auch in einigen strukturschwachen Gebieten Westdeutschlands sieht es nicht gut aus", sagt Feri-Experte Schilling. Gute Chancen auf Wertsteigerung gebe es beispielsweise in Leipzig, Dresden, dem Berliner Umland, der Main-Taunus-Region und in Süddeutschland.</P><P>Dass der Zeitpunkt zum Immobilienerwerb günstig ist, betont auch Jörg Sahr vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest. Das gilt insbesondere wegen des niedrigen Zinsniveaus", betont er. Wer eine Immobilie in Hinblick auf seine Altersvorsorge erwerben will, sollte allerdings die Risiken bedenken. "Niemand darf mehr erwarten, dass der Wertzuwachs wie in früheren Zeiten die Inflation ausgleicht", sagt Sahr. Zudem seien alle Rendite-Prognosen mit Vorsicht zu genießen, auch wenn die Gefahr eines Wertverlustes in Großstädten und Boom-Regionen gering sei.</P><P>Käufer, die knapp kalkulieren müssen, sollten die Nebenkosten nicht vergessen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass bei jedem Immobilienkauf Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent des Kaufpreises fällig wird. Hinzu kommen die Kosten für den Notar und Grundbucheintrag, die mindestens weitere 1,5 Prozent betragen. Wer einen Makler einschaltet, muss zudem bis zu drei Prozent Provision einkalkulieren.</P><P>Schließlich empfiehlt es sich, Haus oder Wohnung vor dem Kauf genau unter die Lupe zu nehmen. Immerhin hatten 30 Prozent der Käufer schon einmal schwerwiegende Probleme mit ihrer Immobilie, wie eine aktuelle Umfrage der Sachverständigen-Organisation Dekra ergab. Häufigste Beanstandungen waren Pfusch durch Handwerker, ein überhöhter Preis und überraschend hohe Renovierungskosten.</P>

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