Hochzeit: So feiern Sie schön mit kleinem Budget

München - Bei Hochzeiten liegt zwischen Traum und Albtraum nur ein äußerst schmaler Grat. Um zumindest das finanzielle Desaster zu verhindern, gilt es kühl zu kalkulieren. Doch auch mit einem kleinen Budget lässt es sich schön feiern.

Alles könnt’ so einfach sein, wären da nicht diese wunderbar kitschig-romantischen, seit Kindheitstagen gepflegten Träumereien über diesen einen Tag. Diesen wichtigsten Tag im Leben: die Hochzeit. Kutsche, Schloss, Designer-Kleid, meterlange Schleppe, Schampus, 500 Gäste mindestens, 17-stöckige Torte, blitzender Brillant-Ring am Finger . . . Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – dem Budget des Brautpaares in den meisten Fällen jedoch schon.

Braut als teurer Posten

Damit das Ja-Wort nicht der Beginn einer Schuldner-Karriere wird, braucht es einen kühlen Kopf, eine gute Planung und ein festes Limit. Denn es sind vor allem die unzählig vielen Kleinigkeiten, die unbemerkt ordentlich an den Finanzen knabbern.

Spürbar Sparen lässt es sich an vielen Ecken. Eine heimliche Hochzeit am Wohnort ohne Tamtam, ohne Gäste, ohne Feier ist die günstigste Variante. Hier sind nur die behördlichen Gebühren für die Eheschließung beim Standesamt fällig, die von Ort zu Ort variieren. In München muss man im Normalfall mit rund 200 Euro rechnen, das Stammbuch gibt es hier ab elf Euro. Kirchliche Trauungen in der örtlichen Gemeinde sind in der Regel kostenlos – Spenden werden aber immer gerne gesehen.

Wer es etwas festlicher und geselliger haben möchte, ohne pompöse Ausschweifungen, muss mit mehreren tausend Euro kalkulieren. Mit 10 000 Euro setzen die Hochzeitsprofis der Weddix GmbH eine „Durchschnitts-Feier“ mit 60 Gästen an. Auf knapp 4300 Euro für eine traditionelle Feier mit 80 Personen kommt das Portal Hochzeits-Finanzierung.de – allerdings dürfen hier Essen und Getränke nicht mehr als 37,50 Euro pro Person kosten, die Kosten für Trauringe, Musik und Kutsche fehlen.

Doch bei beiden Hochrechnungen kostet vor allem die Braut. Nur das leibliche Wohl ist noch teurer, als die Garderobe für Sie. Über 1000 Euro sind für das Komplett-Outfit – ohne Profi-Styling – fällig. Vielleicht tut es für diesen einen Tag auch ein schickes Cocktailkleid oder eine weiße Hochzeits-Robe aus dem Second-Hand-Geschäft.

Der Bräutigam kommt bei den Hochrechnungen nur auf die Hälfte des Preises, weniger noch als ein Profi-Fotograf für den Tag kostet (rund 1000 Euro) oder die Trauringe (ab 800 Euro) verschlingen.

Selber basteln und sparen

Auch hier lässt es sich sparen, wenn ein begeisterter Hobbyfotograf unter den Gästen oder das Brautpaar handwerklich geschickt ist. Denn die Ringe können die Hochzeiter auch selbst schmieden. In den Werkstätten der Hobbygoldschmiede gibt es spezielle Tageskurse für Paare für 150 Euro. Hinzu kommen noch Materialkosten, die je nach Edelmetall und Ringform unterschiedlich ausfallen. Wer es hochwertig möchte, muss aber auch dort für zwei 950er- Platinringe in ovaler Ausführung und fünf Millimeter Breite mit derzeit gut 2000 Euro rechnen. Nicht viel weniger als im Handel – aber individuell.

Die Selber-Bastelei verspricht auch gesellige und erinnerungsträchtige Abende. Mit den Freundinnen in sektlauniger Runde sind Einladungskarten, Tischkärtchen, Auto-Antennen-Schleifchen und sonstige Deko für wenig Geld gebastelt – wieder einige hundert Euro gespart.

Manch heimlicher Hobbybäckerin in der Familie kann man gar keinen größeren Gefallen machen, als nach einer Hochzeitstorte zu fragen. Je mehr sich am Kuchenbüfett beteiligen, desto besser: Konkurrenz spornt bekanntlich zu Höchstleistungen an – und das Brautpaar spart enorm.

Profi-Helfer mit Pauschale buchen

Nervenschonend ist es, sich für die Hochzeitsvorbereitungen Hilfe vom Profi zu holen. Statt einem Stundenlohn, sollte besser eine Pauschale vereinbart werden, rät man beim Bund deutscher Hochzeitsplaner. Ein umfangreiches Betreuungs-Paket mit vollem Service gebe es ab 1500 Euro.

Wer aus Kostengründen eine Gaststätte meidet und lieber privat im Garten feiern möchte, muss auch hier mit Kostenfallen rechnen. Ein Plan B ist Pflicht, sollte es regnen – und ein beleuchtetes Partyzelt, schuhfreundlich mit Boden, kostet je nach Anbieter, Größe und Service um die 1000 Euro. Nicht zu vergessen das Catering. Ein simples Buffet gibt es zwar ab 15 Euro pro Person. Wer es aber etwas hochwertiger möchte, Servicekräfte, Geschirr, und anderes Equipment braucht, kommt schnell auf über 100 Euro pro Gast. Ein kleines aber wichtiges Detail sind auch die sanitären Anlagen: 100 Gäste, die sich um eine Toilette im Haus streiten, sind nicht jedermanns Sache. Eine Alternative: Miet-Klos. Nicht schön, aber praktisch.

Von Stefanie Backs

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